Berufliche Weiterbildung: arbeitsmarktsoziologische Perspektiven und empirische Befunde

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Abstract

Die Autoren untersuchen die Wirkungen beruflicher Weiterbildung auf dem Arbeitsmarkt, die sich aus soziologischer Perspektive auf die Sozialstruktur der Weiterbildungsbeteiligung einschließlich ihres Wandels und der Folgen für die Arbeitsmarktparteien bezieht. Zunächst diskutieren sie bildungsökonomische und arbeitsmarktsoziologische Ansätze für das Weiterbildungsverhalten von Individuen (Humankapitaltheorie, Signal- und Filtertheorie, Theorie segmentierter Arbeitsmärkte). I Weiteren geben sie einen Überblick über empirische Befunde zu Weiterbildungsaktivitäten und deren sozialer Selektivität und stellen zentrale Forschungsergebnisse zum Nutzen und zur Wirksamkeit von beruflicher Weiterbildung unter besonderer Berücksichtigung der methodischen Schwierigkeiten einer Evaluation beruflicher Weiterbildung dar. Abschließend fassen sie den gegenwärtigen Forschungsstand zusammen und leiten daraus Perspektiven für die zukünftige Bildungs- und Arbeitsmarktforschung ab. Forschungsstand ist, dass trotz der Expansion des Weiterbildungssektors und der gestiegenen Teilnahme an beruflicher Weiterbildung die formale Erstausbildung nichts an Bedeutung für den Zugang zum Arbeitsmarkt und Möglichkeiten für Fort- und Weiterbildung eingebüßt hat. Alle Studien weisen darauf hin, dass die berufliche Weiterbildung auch eine starke kumulative Wirkung besitzt. Qualifikatorische und geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes wird auf Dauer über berufliche Weiterbildung gestellt und verschärft Ungleichheiten im Berufsverlauf und auf dem Arbeitsmarkt. Die Aufhebung von sozialer Selektivität in der beruflichen Weiterbildung ist ein Schritt zur Herstellung von Gerechtigkeit bei Beschäftigungs- und Einkommenschancen und ist daher nicht nur Aufgabe aktiver Arbeitspolitik, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. (BIBB-Doku)

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