Die Kompetenzkatastrophe - oder "Die Wiederkehr der Bildungsphilister durch die Hintertür"
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161112
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Abstract
"Seit Ende der sechziger Jahre konstruiert man immer wieder Äquivalenzbegriffe für Bildung, in der Regel entlehnt aus anderen Disziplinen. Kompetenz ist der derzeitige Favorit. Gibt es Gründe, die diesen Abschied vom Bildungsbegriff plausibel erscheinen lassen? Oder hat man "nur" vergessen, und zwar gründlich? Gründlich den klassischen Bildungsbegriff eines Humboldt oder Schleiermacher, noch gründlicher die Kritik Burckhardts und Nietzsches im Namen einer wahren Bildung? Oder sind sie wieder da, die Bildungsphilister?" Für Felix Grigat ist der Kompetenzbegriff eine Steilvorlage für jene, die einen Ausschnitt der Welt für das Ganze nehmen und im nutzenorientierten Denken und Handeln das eigentliche Ziel von Bildung und Erziehung sehen. Im Rahmen des neoliberalen Kompetenz-Paradigmas werde Bildung nicht mehr vom sich zu bildenden Subjekt aus gedacht, sondern von der ökonomisch definierten Qualifikation - kritisiert Grigat. Der Kompetenzbegriff widerspreche Grundeinsichten der Aufklärung, weil er nicht die Mündigkeit des Menschen befördere. "Das Ergebnis ist ein System, das sich noch Bildungssystem nennt, aber letztlich eines ist, das der Selbstzurichtung der Subjekte zur lebenslangen Herstellung von Employability dient. Die Abkehr von der Bildungstradition führte folgerichtig in die Kompetenzkatastrophe, weil man in der Bildung solange nur das gesehen hat, was Nutzen bringt, bis man das, was Nutzen bringt, mit der Bildung verwechselte", so Grigat in seiner Kritik des Kompetenzparadigmas. (BIBB-Doku)