Benachteiligte in der Beruflichen Bildung : eine alte Gruppe mit neuen Risiken?
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110525
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Abstract
Der Beitrag setzt sich zunächst grundsätzlich mit Formen und Merkmalen der Benachteiligung und deren Ursachen (wirtschaftlich- konjunkturelle Lage, Struktur des Bildungssystems, soziale und individuelle Faktoren) auseinander. Dann diskutiert er Lösungsstrategien, die seit Kriegsende dagegen angewendet worden sind. Dazu gehören Rehabilitationsmassnahmen, vor allem aber auch Massnahmen der Berufsvorbereitung, der Eingliederungshilfen in Ausbildung und Beschäftigung; die Palette der Angebote reicht von Motivationskursen, Umschulungen bis zu Anpassungsqualifizierungen. Die Versuche von Politikern und Verwaltungen, auf Ungelernte und Problemjugendliche in der Phase der Berufsbildung zu reagieren, lassen sich mit der liberalistischen Vorstellung der Marktregulierung in der Ausbildung, der staatlichen Intervention durch Reformen, sowie dem Handeln von Verwaltung als Krisenmanagement während der Jugendarbeitslosigkeit und als teilautonomes, passives, auf Kontrolle angelegtes Bürokratiemodell fassen. Auf Grund sich derzeit bereits abzeichnender Entwicklungen im Bereich der Qualifikationsanforderungen und der Berufsbildung wird für eine Neukonzeption der Benachteiligtenförderung plädiert. Statt Mittel und Ressourcen in die Entwicklung verkürzter Ausbildung zu investieren, ist es sinnvoll, die organisatorische und inhaltliche Reform zu unterstützen und voranzubringen. Hierzu ist das Instrument der Modellversuche konsequenter zu nutzen. Mehr Gewicht wäre auch Experimenten beizumessen. Damit die Ergebnisse der Modellversuche auch umgesetzt werden können und die Ausbildung kontinuierlich weiterentwickelt werden kann, sind andere Finanzierungsmodalitäten zu schaffen. Die Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ministerien, Ländern, Kammern und Arbeitsverwaltung ist neu zu ordnen, da sie einer Optimierung der Ausbildung entgegen steht. Dies gilt nicht nur für die Anrechnung von Leistungen und die Durchführung von Qualifizierungsmassnahmen bei bestimmten Zielgruppen, sondern auch mit Blick auf die EG. (IAB2)