Gehören ethische Prinzipien zu den Inhalten kaufmännischer Berufsausbildung? : Eine rhetorische Frage
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172407
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Abstract
"Dass es nicht ausreicht, wenn wirtschaftsbezogene Berufsbildung nur darauf vorbereitet, sich im Rahmen der Gesetze zu bewegen und im beruflichen Handeln an den Vorgaben des Unternehmens oder der Behörde zu orientieren, verdeutlicht der österreichische Wirtschafts- und Religionswissenschaftler Tafner. Mit Bezug auf die lebensweltliche Betrachtungsweise von Habermas und im Rückgriff auf Smith und Kant arbeitet er die implizite Ebene der Moral jenseit der Ebene von Vorschriften heraus - die kulturelle Prägung moralischen Denkens und Handelns, die durch Erziehung transportiert wird. Er greift den Streit innerhalb der Wirtschaftspädagogik zwischen Beck und Zabeck auf und grenzt seine Überlegungen vom Ansatz Homanns ab, demzufolge es hinlänglich ist, sich an den demokratisch entwickelten Regeln zu orientieren und auf individuelle, situative Urteilsbildung zu verzichten. ‚Fair Play' ist mehr als ein Wirtschaftsspiel ohne Fouls und Gewinnmaximierung sowie ohne Regelverletzung. Eine zu eng gefasste Betrachtung läuft nach Auffassung des Autors Gefahr, Regeln und Ziele zu objektiver Wirklichkeit werden zu lassen und individuelle Handlungen nicht mehr vor sich selbst als Mensch, sondern nur noch vor der jeweiligen Funktion im Handlungskontext zu beurteilen. Vor diesem Hintergrund plädiert der Beitrag für eine Integration ethischer Reflexionen in die wirtschaftsberufliche Erziehung, und zwar nicht in einem gesonderten Fach, sondern im jeweiligen Handlungskontext der fachlichen Vermittlung." (Hrsg., BIBB-Doku)