Portfolio, Bildung und Ökonomisierung des Selbst
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Abstract
"Portfolio bezeichnet im Bildungsbereich eine Sammlung von Nachweisen über eigene Stärken, kommentierten Lernleistungen und Zertifikaten. Es dokumentiert eine lebenslange Kompetenzentwicklung bzw. Lernbiographie, unterstützt aber insbesondere selbstgesteuerte Lernstrategien, deren Reflexion und Selbstbeurteilung. Das Portfolio spielt eine nicht unwesentliche Rolle in jenem Prozess, der unter dem Stichwort der Ökonomisierung der Bildung oder der Ökonomisierung des Selbst diskutiert wird. Der Beitrag zeichnet am Beispiel des pädagogischen Diskurses, welcher mit dem Portfoliokonzept assoziiert wird, die seichten Übergänge einer aufgeklärt-humanistischen, an Freiheit und Selbstbestimmung orientierten hin zu einer liberalen Technologie des Selbst nach, die die Subjekte als Selbstunternehmer anruft, als eigenverantwortliche Verwalter ihrer individuellen Potenziale und Ressourcen. Es wird die Frage gestellt, inwieweit eine Theorie der Bildung von dieser Entwicklung berührt ist und inwiefern sie als Einspruch gegen eben diese in Anspruch genommen werden kann." (Autorenreferat, BIBB-Doku)