Der aktuelle Stellenwert des Interkulturellen in der Pflegeausbildung : Ergebnisse einer Untersuchung an Pflegeschulen in einer hessischen Großstadt
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125136
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Abstract
Ziel der Befragung von Lehrkräften an Pflegeschulen war es herauszufinden, welchen Stellenwert interkulturelle Fragen in der Pflegeausbildung haben. Untersucht wurde, wie die Ausbildung an der jeweiligen Schule organisiert ist, u.a. wie hoch der Anteil von Einheimischen und Zugewanderten bei Lehrenden und Lernenden ist, welche Beobachtungen es zu interkulturellen Begegnungen im Krankenhaus gibt und welchen Stellenwert interkulturelle Ausbildungsinhalte im Unterricht haben. Aus den Befunden wird das vorläufige Fazit gezogen, dass Kulturdifferenzen und kulturspezifische unterschiedliche Erwartungen an Pflege in den meisten Einrichtungen einen relativ geringen Stellenwert besitzen. Wo sie überhaupt behandelt werden, geht es primär um Wissensvermittlung und nicht um die Entwicklung interaktiv-kommunikativer Kompetenzen. Es herrscht ein Kulturbegriff vor, der dazu tendiert, nationale oder kulturspezifische Klischees zu schaffen bzw. zu verstärken und die Unterschiede zwischen Herkunftskulturen und Minderheitenkulturen im Einwanderungsland zu verwischen. Demgegenüber verlangt die Einwanderungsrealität der Bundesrepublik Deutschland, kulturelle Unterschiede als Teil der Grundausbildung ernst zu nehmen, auf kulturspezifische Erwartungen einzugehen und zwischen Personen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund vermitteln zu können. (BIBB2)