Selbstgesteuertes Lernen: empirische Ergebnisse zu einem schwer fassbaren Phänomen mit anhaltend hohem Aufmerksamkeitswert
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Abstract
Über eine exakte begriffliche Abgrenzung des selbstgesteuerten Lernens besteht bislang noch kein Konsens. In dem Beitrag werden schlaglichtartig einige empirische Ergebnisse aus der beruflichen Weiterbildung zu ausgewählten Aspekten dieses schwer fassbaren Phänomens vorgestellt: Beteiligung an selbstgesteuertem Lernen, Schwierigkeiten und Unterstützungsbedarf beim Selbstlernen, Präferenzen für verschiedene Lernformen und Bewertung des Lernertrags, Impulse aus dem Beschäftigungssystem. Dabei zeigt sich, dass informelle Arten des beruflichen Kenntniserwerbs mit hohem Selbststeuerungsanteil deutlich mehr Personen erreichen als berufsbezogene Lehrgänge/Kurse. In beiden Segmenten bestehen erhebliche gruppenspezifische Unterschiede der Beteiligung mit Blick auf sozio-demographische und beschäftigungsbezogene Merkmale. Experten rechnen künftig mit weiteren steigenden Anforderungen an die Selbststeuerung von Lernenden und erwarten eher mehr als weniger Freiräume für Erwerbstätige im betrieblichen Umfeld. Nach Lernformen differenziert, wird der Lernertrag beim Selbstlernen am Arbeitsplatz oder bei Unterweisung und Anlernen sowie für betriebliche Lehrgänge oder Kurse besonders hoch eingestuft, während mediengestütztes selbstgesteuertes Lernen oder Internetlernen schlechter abschneiden. Arbeitsintegrierte Ansätze, bei denen die Zugangsbarrieren niedriger liegen als in der formal-organisierten Weiterbildung, scheinen neue Chancen zur beruflichen Nachqualifizierung bildungsferner Gruppen zu eröffnen. (BIBB2)