Lernen und Disziplinieren: Die Rolle des Lernorts Betrieb im Unterricht der dualisierten Berufsvorbereitung
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162317
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Abstract
In der Berufsvorbereitung benachteiligter Jugendlicher werden in jüngster Zeit vor allem dualisierte Konzepte präferiert, die einen hohen Anteil betrieblicher Praxis vorsehen. Praktisches Tun in der Echtsituation der Arbeitswelt soll die schulisch meist wenig erfolgreichen Jugendlichen motivieren und integrieren. Im Beitrag wird untersucht, wie sich die wöchentlichen Praxistage in Betrieben und die damit einhergehende Kooperation mit Ausbildern auf der Unterrichtsebene in der Berufsschule niederschlagen. Anhand der Befunde einer noch laufenden ethnographischen Studie werden die pädagogischen Praktiken zur Herstellung von Ausbildungsfähigkeit in einer Berufsvorbereitungsklasse rekonstruiert. Die Untersuchungen zeigen, dass der Lernort Betrieb nicht nur der Qualifizierung der Jugendlichen dient, sondern auch genutzt wird, um erzieherisch und disziplinierend auf die Jugendlichen einzuwirken und der Betrieb im Sinne einer Legitimierung und Stärkung institutioneller schulischer Regeln funktionalisiert wird. Angesichts dieser Befunde wird die konzeptionell-didaktische Leerstelle im Hinblick auf Bedeutung und Gestaltung von Schule in der dualisierten Berufsvorbereitung problematisiert. (BIBB-Doku)