Erwachsenenbildung auf dem Weg zur Verschulung? : Standardisierung, Modularisierung, Zertifizierung, Systematisierung
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Abstract
In den letzten Jahren gab es eine ständige Aufwertung von Weiterbildung im öffentlichen Bewußtsein und auch eine Ausweitung des Umfangs der Weiterbildungsteilnahme. Gleichzeitig zu dem Niveauanstieg herrscht in der Erwachsenenbildung eine historisch gewachsene und fortbestehende Strukturlosigkeit, die als "mittlere Systematisierung" bezeichnet wird. Verglichen mit anderen Bildungsbereichen ist die Erwachsenenbildung nach wie vor gekennzeichnet durch ein deutliches geringeres Maß an Festlegung, Planung, Einheitlichkeit und Starrheit von Curricula, Zertifikaten, Institutionen und Personaleinsatz. Die Weichheit der Strukturmerkmale, die jedoch problematisch ist durch Defizitaspekte wie Intransparenz der Angebote, Qualitätsdefizite, Fragmentarisierung der Lernorte und Lernwege, hat dazu geführt, dass Regulationserfordernisse immer dringlicher werden. Zunehmend werden, ausgehend von der beruflichen Weiterbildung, Systematisierungstendenzen verstärkt bezogen auf stärkere Curricularisierung durch Modularisierung und Zertifizierung auch informell erworbener Kompetenzen. Offenheit und Freiheit des Lernens scheinen gefährdet, weil Standardisierungs- und Systematisierungstendenzen eindringen. (BIBB2)