Durchlässigkeit in ausgewählten europäischen Bildungssystemen
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154951
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Abstract
"Die Forderung nach Durchlässigkeit zielt vor allem darauf, denjenigen, die einmal den beruflichen Bildungsweg eingeschlagen haben, den Zugang zum akademischen Weg nicht für immer zu verwehren. Die Forderung wird umso lauter, je dynamischer sich entwickelnde gesellschaftliche Bedürfnisse und wirtschaftliche Bedarfslagen nach offenen Strukturen verlangen und je stärker das jeweilige Bildungssystem als stratifiziert gelten kann. Dass in Deutschland die Debatte um Durchlässigkeit schon lange und in jüngster Zeit besonders intensiv geführt wird, hängt mit seinem hochselektiven dreigliedrigen Schulsystem und einer stark ausdifferenzierten Berufsbildung zusammen. Hinsichtlich der institutionellen Trennung der Bildungsbereiche nimmt Deutschland im internationalen Vergleich eine Sonderstellung ein (Powell/Solga 2011). Ein weiter Begriff von Durchlässigkeit würde alle Schnittstellen zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung auf den verschiedenen Bildungsebenen umfassen. Die Analyse konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen beruflicher Bildung in der Sekundarstufe II und der Hochschulbildung, wobei die Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung in ausgewählten Ländern untersucht wird (österreich, Dänemark, Schottland, Spanien, Deutschland). Insgesamt wird deutlich, dass die Forderung nach Durchlässigkeit in den verschiedenen europäischen Staaten unterschiedliche Relevanz besitzt. Das Gleiche gilt für die entsprechenden Instrumente der europäischen Berufsbildungspolitik (Qualifikationsrahmen, Kreditpunktesystem). Die Autoren ziehen das Fazit, dass es noch längere Zeit dauern wird, bis ihre Wirkung abschließend beurteilt werden könne. Es zeigt sich allerdings, dass systemische Strukturen und Bildungsverläufe nur langsam auf Reformen reagieren. Die untersuchten Systeme sehen sich jedoch mit einem gemeinsamen Problem konfrontiert: Wird die Ausrichtung der Sekundarstufe II auf den Bedarf der Arbeitswelt verstärkt, leidet die Möglichkeit, allgemeinbildende und studienvorbereitende Inhalte curricular zu verankern und umgekehrt. Eine Ausweitung des Hochschulsegments geht auf Kosten der Berufsbildung und umgekehrt. Die Schritte zur Erhöhung der Durchlässigkeit sind ein Weg, dieses Dilemma aufzulösen." (Textauszug, BIBB-Doku)