Neue Autorität im Kontext beruflicher Schulen

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Franz Steiner Verlag

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Abstract

"Bedingt durch gesellschaftliche Veränderungsprozesse erfolgte in den letzten Jahrzehnten eine Aushöhlung der traditionellen Autorität. Es entstand ein Autoritäts-Vakuum. Dies hat zur Folge, dass sich Lehrerinnen und Lehrer immer häufiger mit starken Disziplinproblemen konfrontiert sehen. Das Unterrichten wird in manchen Klassen fast unmöglich. Die LuL sehen sich in völlige Handlungsunfähigkeit gedrängt. Mit dem Konzept der Neuen Autorität füllt Haim Omer dieses Vakuum. Auf Grundlage des gewaltlosen Widerstands soll dieses Konzept LuL sowie Eltern in ihrer Autorität stärken, damit ihre Handlungsfähigkeit erhalten bleibt. LuL der Neuen Autorität entscheiden sich, im Leben ihrer Schülerinnen und Schüler eine Rolle zu spielen und dies auch, wenn die Beziehungsgestaltung schwierig wird. Hierbei folgen sie dem Prinzip der Wachsamen Sorge. Während die traditionelle Autorität eher auf Distanz und Furcht basiert, setzt die Neue Autorität auf Präsenz und Nähe. Die Neue Autorität ist bindungsorientiert, die LuL sind Bezugspersonen und erfüllen somit eine Ankerfunktion. Im Gegensatz zur traditionellen Autorität, die auf Kontrolle und Gehorsamkeit setzt, steht bei der Neuen Autorität die Haltung und Handlung der Autoritätsperson im Mittelpunkt. LuL machen sich hierbei vom Verhalten der SuS unabhängig. Sie wissen, dass sie nur ihr eigenes Handeln bestimmen können. Gleichwohl sehen LuL der Neuen Autorität es als ihre Pflicht an, negativem Verhalten von SuS in aller Entschlossenheit Widerstand zu leisten. Dabei setzen sie auf Prinzipien des gewaltlosen Widerstands und verzichten weitgehend auf Sanktionen. Anstelle von Strafen setzt die Neue Autorität auf Wiedergutmachung. Machtkämpfe gilt es zu vermeiden, Gesichtsverluste zu umgehen. Hierzu sind Strategien der Selbstkontrolle und Deeskalation von großer Wichtigkeit. Im Gegensatz zur traditionellen Autorität, die unmittelbar auf negatives Verhalten reagieren muss, setzt die Neue Autorität auf die Prinzipien des Aufschubs und der Beharrlichkeit. Dadurch können sich alle Beteiligten beruhigen, bei den SuS kommen auch positive Stimmen zum Tragen und die LuL können angemessen reagieren. Hierbei bauen sie auf Netzwerke und Helfersysteme. Neben LuL, der Schulleitung und Schulsozialarbeit, sind die Eltern wichtige Unterstützer. Autoritätspersonen der traditionellen Autorität rechtfertigen ihr Handeln nicht – ein Hinterfragen wird nicht zugelassen. Im Konzept der Neuen Autorität gilt hingegen das Prinzip der Transparenz. Omer betont, dass eine Haltung alleine nicht ausreicht. Vielmehr spricht er von einer Haltung, die in Handlung mündet – nur so kann auch Handlungsfähigkeit erhalten werden. Die Haltung dient hierbei als Fundament, welches die Handlungsebenen untermauert. Ein wichtiger Aspekt der Haltung in der Neuen Autorität ist die Bereitschaft, die Rolle als Führungskraft im Klassenzimmer anzunehmen. Die LuL übernehmen dabei die Verantwortung für die Beziehungsgestaltung, für gelingende Netzwerke und sind auch bereit, für ihre Werte öffentlich einzutreten. Auf diese Haltung baut Omer verschiedene Handlungsebenen. Zentral dabei ist die Handlungsebene der Präsenz. Präsenz bedeutet eine Stärke, die nicht machtorientiert ist, sondern auf Nähe und Beziehung setzt. Im Schulalltag lassen sich verschiedene Ebenen von Präsenz beschreiben, z.B. körperliche oder geistige Präsenz. Alle Ebenen von Präsenz sind miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Wird eine Ebene geschwächt, wirkt sich das auch auf die anderen Ebenen aus. Von großer Bedeutung ist die Umsetzung von Präsenz im Klassenzimmer. Eine weitere Handlungsebene ist die der Selbstkontrolle und Deeskalation – es geht um die Kunst, sich nicht in Machtspiele hineinziehen zu lassen. Omer stellt hierzu einige Strategien vor, wie z.B. das Prinzip der verzögerten Reaktion. Bei der Handlungsebene der Transparenz geht es darum, destruktives Verhalten von SuS und die darauf folgenden Reaktionen der LuL öffentlich zu machen. Es entsteht ein öffentlicher Druck, der sich der Gewalt entgegenstellt. Die Handlungsebene der Helfer und Netzwerke bietet LuL die Möglichkeit, aus ihrer Isolation und der damit verbundenen Schwächung ihrer Autorität herauszutreten. Es werden verschiedene Helferkreise aufgebaut. Hilfe holen wird nicht als Zeichen von Schwäche gewertet. Netzwerke legitimieren und stärken die LuL. Neben schulinternen Helfern werden Eltern als wichtige Bündnispartner gewonnen. Zur Handlungsebene Widerstand und Protest beschreibt Omer einige Methoden und Instrumente, wie diese gewaltlos umgesetzt werden können. Zentral hierbei ist immer eine beharrliche Entschlossenheit. Die Handlungsebene der Beziehung und Versöhnung bringt zum Ausdruck, dass LuL ihre SuS grundsätzlich mögen, respektieren und sich von Anfang an um eine gute Beziehung bemühen. Von besonderer Wichtigkeit ist, dass in Krisenzeiten die LuL auch die Beziehungsebene stärken. Bei den Ausführungen zur Handlungsebene der Wiedergutmachung werden zunächst verschiedene mögliche Auswirkungen von Strafen beleuchtet. Anschließend werden Chancen von Wiedergutmachungen und Möglichkeiten zur Umsetzung von Wiedergutmachungen beschrieben. Im letzten Kapitel werden einige Impulse zur Implementierung des Konzepts in Schulen gegeben. Der vorliegende Beitrag beleuchtet das Konzept der Neuen Autorität auch anhand zahlreicher Praxisbeispiele. Hierbei greift der Autor auf eigene Erfahrungen zurück." (Autorenreferat; BIBB-Doku)
"Due to social change processes, traditional authority has been undermined in recent decades. An authority vacuum has developed. As a result, teachers are increasingly confronted with strong disciplinary problems. Teaching becomes almost impossible in some classes. The teachers consider themselves to be unable to act. With the concept of New Authority, Haim Omer fills this vacuum. Based on the non-violent resistance, this concept is intended to strengthen teachers and parents in their authority so that their ability to act is retained. Teachers of the New Authority decide to play a role in the lives of their students, even when it becomes difficult to form relationships. Here they follow the principle of watchful care. While the traditional understanding of authority is based on distance and fear, the new authority is based on presence and closeness. The New Authority is bond-oriented, the teachers are caregivers and thus fulfill a function of constancy for their students. In contrast to the traditional authority, which relies on control and obedience, the New Authority focuses on the attitude and action of the authority person. Teachers make themselves independent of the behavior of the pupils. They know that they can only determine their own actions. Nonetheless, the New Authority’s teachers see it as their duty to resolutely resist negative behavior by students. In doing so, they rely on principles of non-violent resistance and largely dispense with sanctions. Instead of punishments, the New Authority relies on reparation. Power struggles must be avoided to avoid face losses. Here strategies of self-control and de-escalation are of great importance. In contrast to traditional authority, which has to react immediately to negative behavior, the New Authority relies on the principles of postponement and persistence. This allows everyone involved to calm down, the pupils also have positive voices and the students can react appropriately. Here they build on networks and helper systems. In addition to teachers, the school management, the school social work and the parents are important supporters. Authority figures of traditional authority do not justify their actions - questioning is not permitted. In contrast, the principle of transparency applies in the concept of New Authority. Omer emphasizes that an attitude alone is not enough. Rather, he speaks of an attitude that leads to action - only this way action can be maintained. The attitude serves as a foundation that underpins the levels of action. An important aspect of the attitude in the New Authority is the willingness to take on the role of a leader in the classroom." (author's abstract ; BIBB-Doku)

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New authority in the context of vocational schools

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