Leidenschaft und Bildung : zur Geschichte der Frauenarbeit in Bibliotheken
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108709
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Publisher
Orlanda Frauenverlag
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Berlin
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Abstract
"Im Mittelpunkt des Sammelbandes steht die historische Entwicklung des Frauenberufs Bibliothekarin. Er gilt geradezu als Musterfall für 'weibliche' nichtindustrielle Erwerbsarbeit: eine angeblich besondere Eignung aufgrund weiblicher Anlagen und Fähigkeiten, anfänglicher Ausbildungsnotstand, Frauenlohn, d.h. Mindestbezahlung gegenüber Männern im selben Beruf und gegenüber vergleichbaren Tätigkeiten in 'Männerberufen', weitestgehender Ausschluss von höheren und Leitungspositionen, Unterrepräsentierung im Vorstand von Berufsorganisationen, niedriger gewerkschaftlicher Organisationsgrad, Ausscheiden aus dem Beruf bei Verheiratung, eine sehr hohe Ledigenrate. Es ist damit ein Beruf, der sich besonders gut für genauere Einblicke in die berufliche 'Indienstnahme des weiblichen Geschlechtscharakters' eignet - und in die (Selbst-)Behinderungen auf dem Weg weiblicher Emanzipation. Aber nicht nur für die vergleichende Erforschung weiblicher Berufstätigkeit ist die Geschichte der Bibliothekarinnen aufschlussreich. Sie könnte auch dazu beitragen, das in der Ausbildung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren wie auch in der bibliothekarischen Berufspraxis ungebrochen wirksame Bild vom männlich geprägten 'Berufsstand' endlich in Frage zu stellen und damit den Weg zu bahnen für neue, geschlechtsspezifische Formen von Berufsorientierung." (Autorenreferat)