Widerstand gegen Weiterbildung : Weiterbildungsabstinenz und die Forderung nach lebenslangem Lernen
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20975
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LIT
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Wien
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Abstract
Der Autor setzt sich kritisch mit der allgemeinen Verurteilung der Verweigerung von formeller Weiterbildung auseinander. Diese Form von Widerstand werde ausschließlich als ein individualisiertes Phänomen gesehen, dessen negative Konsequenzen vom Einzelnen zu tragen seien. Er plädiert für einen Paradigmenwechsel: diese Form von Abstinenz gegenüber dem gesellschaftlichen Erwartungsdruck, sich lebenslang weiterzubilden, gehöre als gesellschaftliches Phänomen anerkannt. Man müsse auch das dem Weiterbildungswiderstand inhärente Potenzial erkennen, der Ökonomisierung, der Nützlichkeitsorientierung und den zwanghaften Strukturen formaler Weiterbildung entgegenzutreten. Möglich sind auch andere, informelle Wege von Weiterbildung. Die konsequente Umsetzung der Anerkennung informell erworbener Fähigkeiten bedarf auch der Überzeugungsarbeit in Betrieben und ganz besonders im Bereich des öffentlichen Dienstes, in denen derzeit vor allem formelle Bildungsabschlüsse eine wichtige Rolle spielen. Bildungspolitik sollte bereit sein zu fragen, welche Fremdbestimmungen, Machtmechanismen und Interessen in der institutionalisierten Weiterbildung zum Ausdruck kommen. A priori wird ein Weiterbildungsbedürfnis unterstellt. Forschung beschäftigt sich auch von daher fast nur mit den Teilnehmenden. Aber eine produktive Akzeptanz der Nicht-Teilnahme könnte einen kritisch-reflexiven Blick auf das Lerngeschehen leiten. Die Macht jener, die darüber bestimmen können, wer was wann warum lernen soll, muss gebrochen werden. Genauso wichtig ist die Beseitigung von Barrieren, die Benachteiligte von Weiterbildung ausschließen. Inhalt: (1) Normative Erwartungsstruktur und Legitimation, (2) Weiterbildungsabstinenz, (3) Widerstand als pädagogische Kategorie. (BIBB-Doku)