Qualifizieren statt entlassen
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Abstract
Berichtet wird über Zwischenergebnisse eines Forschungsprojekts über praktische Erfahrungen mit betrieblichen Beschäftigungsplänen (anstelle von Sozialplänen) und insbesondere mit deren Qualifizierungselementen. Eingegangen wird auf deren Ziele, die Finanzierungsmöglichkeiten, die Struktur der Teilnehmer, die Massnahmeinhalte, die Lernorte, die Erfolgsquote und das Engagement der Personalabteilungen. Es werden abschliessend u.a. folgende Konsequenzen benannt: "- Die Beschäftigungspläne stehen insgesamt in der Tradition von Sozialplänen. Der Arbeitsplatzabbau in der Region wird insgesamt besser abgefedert, aber nicht verhindert. - Die Beschäftigungspläne sind nur mit Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit realisierbar. - Um den Strukturwandel in Krisenregionen und Krisenbranchen zu fördern, wäre es sinnvoll, das Arbeitsförderungsgesetz weniger restriktiv auszulegen bzw. zu ändern. Ähnlich wie beim Kurzarbeitergeld, das ja in der Krisenbranche Stahl bis zu 36 Monate gewährt werden kann, könnte man für einen bestimmten Zeitraum die Arbeitsplätze in Krisenbranchen generell als bedroht erklären und hier die Förderungsmöglichkeiten für eine Umstrukturierungsphase erweitern. - Qualifizierungspläne als Mittel des Krisenmanagements sind nur in Betrieben mit erheblichen Qualifikationslücken möglich. Je qualifizierter eine Belegschaft ist, desto geringer sind jedoch die Spielräume. - Die Qualifikationsmassnahmen wurden in allen untersuchten Betrieben aus der Not geboren. Der Zwang zur Improvisation prägte den Massnahmenverlauf. Insgesamt ersetzen solche Ansätze keine betriebliche präventive Bildungspolitik. Nur in einem Betrieb ist bislang erkennbar, dass durch einen Beschäftigungsplan ein Anstoss zum Ausbau des innerbetrieblichen Bildungswesens gegeben wurde." (IAB2)