Zertifikate und Abschlüsse in der Weiterbildung als ein Indikator für die Umsetzung von lebenslangem Lernen
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129481
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Abstract
Abschlüsse und Zertifikate in der Weiterbildung sind ein in der Weiterbildungsforschung bisher wenig untersuchtes Thema. Gründe für das geringe Interesse werden im Selbstverständnis der Erwachsenenbildung und der unzureichenden Datenlage gesehen. Die erneute Diskussion um Abschlüsse und Zertifikate ist eng verbunden mit der ökonomisch motivierten bildungspolitischen Debatte um das lebenslange Lernen. Anhand empirischer Daten werden drei Hypothesen diskutiert: (1) Die Wachstumshypothese: Abschlüsse und Zertifikate gewinnen in Zukunft quantitativ und qualitativ an Bedeutung, da das lebenslange Lernen zunehmend Lernnachweise im Bereich der Weiterbildung erforderlich macht. (2) Die Differenzierungshypothese: Aufgrund der zunehmenden Ausdifferenzierung der Bildungsbedarfe (u.a. Individualisierung und Bedeutungsverlust großer Abschlüsse) werden immer mehr Nachweise von Weiterbildungseinrichtungen angeboten. (3) Die Kompensationshypothese: Nachweise in der Weiterbildung kompensieren vor allem Defizite des Schul- und berufsbildenden Bildungswesens. Eine eigenständige Bedeutung haben sie nicht. Es wird das Fazit gezogen, dass Weiterbildung sowohl kompensatorische, komplementäre als auch transitorische Funktionen hat. Handlungsbedarf besteht vor allem hinsichtlich der Systematisierung mit Blick auf die Umsetzung des Konzepts des lebenslangen Lernens und eine bessere Durchlässigkeit des Bildungssystems. (BIBB)