"Ich wollte gerne praktische Erfahrungen haben, kein reines Abitur" : die Berufsausbildung mit Abitur in der DDR aus der Perspektive von Zeitzeugen
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185987
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Abstract
"Der Beitrag thematisiert die Berufsausbildung mit Abitur (BmA) in der DDR. Basierend auf sechs teilstandardisierten Interviews mit Teilnehmer*innen an dem Bildungsgang im regionalen Umfeld von Rostock wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Sammlung von betrieblicher Arbeitspraxis im Rahmen einer vollwertigen Berufsausbildung mit einem allgemeinbildenden hochschulvorbereitenden Bildungsgang vereint wurde und dadurch akademisch ausgebildete Fachkräfte mit einem Verständnis für praktische Arbeit gewonnen werden konnten. Dabei zeigt sich, wie auch schon im vorangegangenen Beitrag, das Fehlen politisch neutraler und empirischer Literatur zu diesem Bildungsmodell als problematisch. Dennoch ergeben sich aus der Inhaltsanalyse neue Aspekte für den wissenschaftlichen Diskurs, weil sich Besonderheiten dieses doppelqualifizierenden Bildungsganges und dessen Stärken und Schwächen aufzeigen lassen. Einhellig plädieren dennoch die Befragten für eine Neueinführung eines solchen Modells, auch wenn es ihnen nicht leicht fällt, dabei die Rahmenbedingungen des seinerzeitigen Staatssystems in der Bewertung gänzlich auszublenden. Sie sehen darin eine gute Möglichkeit, betriebliche Praxis und Theorie enger miteinander zu verzahnen und einen solchen Ansatz auch für hochschulische Curricula als Anstoß für die praxisnahe Ausbildung von Hochschulabsolvent*innen zu nutzen. (Hrsg.; BIBB-Doku)