Erwerbsbiographische Diskontinuitäten in West- und Ostdeutschland : eine Systematisierung ungleichheitsrelevanter Deutungsmuster
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Opladen
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Abstract
Der Beitrag beschäftigt sich mit der biographischen (subjektiven) Dimension sozialer Ungleichheit. Er zielt erstens darauf ab, die bisher sehr abstrakt geführte Diskussion zu den Deutungsmustern sozialer Ungleichheit auf eine empirische Basis zu beziehen, nämlich auf Erwerbsbiographien, in denen Deutungen zur sozialen Ungleichheit thematisiert werden. Eine Analyse von Erwerbsbiographien hat den Vorteil, dass Deutungen zur sozialen Ungleichheit im Kontext des erzählten Erwerbsverlaufs - also nicht isoliert - thematisiert werden, womit der Bedeutungsgehalt derartiger Äusserungen sehr viel klarer wird. Zweitens möchte er die unterschiedlichen Folien der Thematisierung von sozialer Ungleichheit in west- und ostdeutschen Erwerbsbiographien herausarbeiten. Drittens will er diese Deutungsmuster und deren kulturelle Verankerung im Rahmen eines wissenssoziologischen Modells systematisieren. Abschliessend wird die Frage diskutiert, in welchem Verhältnis diese Deutungsmuster zu einer Logik der Praxis stehen. Um die unterschiedlichen Deutungsmuster zur sozialen Ungleichheit in west- und ostdeutschen Erwerbsbiographien zu verstehen, werden prinzipielle Unterschiede in den biographischen Konstruktionsweisen vorangestellt. Die Ausführungen beruhen auf empirischen Erhebungen von Erwerbsbiographien, Experteninterviews und umfangreichen Kontextmaterialien in West- (1983-1990) und Ostdeutschland (1990-1992). (IAB2)