Diplom kontra Gesellenbrief
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108462
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Abstract
Der Beitrag befasst sich mit dem Wandel des Ausbildungswahlverhaltens und dessen Konsequenzen für das Bildungssystem. 1990 gab es zum ersten Mal in den alten Bundesländern mehr Studenten als Lehrlinge. "Auf der einen Seite ist der Anstieg der Abiturientenrate und der hohe Anteil an Studierenden als Erfolg zu verbuchen. Das veränderte Bildungswahlverhalten erscheint so als Voraussetzung und Folge der Demokratisierung der Gesellschaft. Das höhere Bildungsniveau, das damit einhergeht, ist für die Gesellschaft insgesamt ein Gewinn. Nur zu einem unwesentlichen Teil resultiert dieser Erfolg aus einer umgesetzten Bildungsreform. Die Bildungsexpansion wurde nicht mit dem integrierten Schulsystem erreicht, sondern verdankt sich der Tatsache, dass sich in der Bundesrepublik im wesentlichen das dreigliedrige Schulsystem gegen integrierte Schulsysteme durchgesetzt hatte. Nun, am Ende dieser Entwicklung wird wohl unumkehrbar die Hauptschule zur Restschule und das Gymnasium praktisch zur Hauptschule. Das Festhalten an der Dreigliedrigkeit hat - Ironie der Geschichte - zur Auflösung dessen geführt, was mit ihm konserviert und verteidigt werden sollte. Die alte Struktur löst sich gleichsam von selbst auf." (IAB2)