Von Bildung zu Kompetenz : semantische Verschiebungen in den Selbstbeschreibungen des Erziehungssystems
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140940
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Abstract
Der Autor bestimmt in einer systemtheoretischen Perspektive den zu beobachtenden Wandel des Bildungsbegriffes zum Kompetenzbegriff im Erziehungssystem als semantische Verschiebung in den Selbstbeschreibungen dieses Funktionssystems und fragt nach den Plausibilitätsbedingungen für diese Umstellung der pädagogischen Selbstbeschreibungsform. Er entwickelt und vertritt die These, dass der Kompetenzbegriff sich in Strukturentwicklungen einpasst, die stärker die Organisationen als die Professionen profilieren und die eine empirisch orientierte Erziehungswissenschaft zuungunsten der hermeneutisch-geisteswissenschaftlichen Pädagogik forcieren. Während Bildung einen Kontext stärkt, in dem Bildung, Individualität, Subjektivität und Profession aufeinander verweisen, organisiert Kompetenz eine Selbstbeschreibungssemantik, die Kompetenz, Personenklassen, Objektivität (im Sinne von Messbarkeit) sowie Kontrolle durch und von Organisationen miteinander vernetzt. Die These geht nicht soweit, dass Kompetenz bereits vollständig an die Stelle der klassischen Bildungsformel getreten sei, Brosziewski konstatiert aber, dass Kompetenz gegenüber Bildung zunehmend an Bedeutung gewinnt und beschreibt die damit zusammenhängenden strukturellen Entwicklungen dieses Systems. (BIBB-Doku)