Ehre, Stolz und Scham. Die Probleme benachteiligter Jugendlicher beim Übergang von der Schule in die Ausbildung
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Abstract
"Die Krise der Arbeitsgesellschaft und des Arbeitsmarktes hat zu einer Situation geführt, in der besonders benachteiligte Jugendliche nach dem Austritt aus dem Bildungssystem der Eintritt in das Beschäftigungssystem, namentlich in das Ausbildungssystem misslingt. Eine der entscheidenden Ursachen für dieses Phänomen, das für einen Gutteil der "Jugendarbeitslosigkeit" verantwortlich, ist die Entstehung einer Übergangsphase zwischen Bildungssystem und Beschäftigungssystem, die benachteiligte Jugendliche als anomische Situation erleben. Einen anomischen Charakter erhält diese Übergangsphase für benachteiligte Jugendliche, weil ihnen angesichts gestiegener Qualifikationsansprüche und knapper Stellenangebote infolge bildungsbezogener, motivationsmässiger und sozialer Defizite im Vergleich mit "normal" angepassten Jugendlichen die Mittel fehlen, um diese Übergangssituation aus eigener Kraft zu meistern und das Ziel, eine Identität als künftiger Auszubildender oder Berufstätiger zu formieren, erreichen zu können. Daher sind sie in dieser Übergangssituation deutlich orientierungs-, hilf- und chancenloser als nicht benachteiligte Jugendliche. Im Ergebnis erzeugen Qualifikationsdefizite und Ohnmachtgefühle in dieser anomischen Übergangssituation eine identitätsbedrohende Unsicherheit, so unsere These, auf die benachteiligte Jugendliche mit einem Verhalten antworten, das an den identitätsrelevanten Emotionen Stolz und Scham und dem Wertkomplex Ehre ausgerichtet ist, weil diese Emotionen und Werte hohe Orientierungsgewissheit und Verhaltenssicherheit bieten." (Autorenreferat)