Die "objektive" und "subjektive" Modernisierung : der Wandel der westdeutschen Sozialstruktur und die Wiedervereinigung
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108845
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Abstract
"Wer die Sozialstruktur Westdeutschlands mit der der DDR vergleicht, kommt in der Regel zu dem Ergebnis, dass in Ostdeutschland erhebliche Modernisierungsrückstände "aufgelaufen" sind. Offen bleibt dabei meist, was Modernisierung genau heisst, welche Prozesse sozialen Wandels im einzelnen in Westdeutschland Modernisierungsvorsprünge mit sich brachten und inwieweit sich die Mittel und Wege der Modernisierung im erfolgreicheren Westen und weniger erfolgreichen Osten Deutschlands unterscheiden. Diesen Fragen wird in vorliegendem Beitrag nachgegangen. Im ersten Abschnitt werden die "Messlatten" der Modernisierungstheorie und des Konzepts der Industriegesellschaft erläutert, mit denen Wandlungsvorgänge und Entwicklungsabstände erst als Modernisierung erkennbar werden. Im zweiten Teil werden die wichtigsten Entwicklungslinien des sozialstrukturellen Wandels in Westdeutschland auf den Gebieten Bevölkerungsweise (Geburten, Sterbefälle, Wanderungen), Familie, Haushalt und Lebensphasen, Bildung, Erwerbstätigkeit und Ungleichheit dargestellt und den ostdeutschen gegenübergestellt. Mit den Konzepten der Modernisierung und der Industriegesellschaft werden die erreichten Entwicklungs(ab)stände bestimmt. Im dritten Teil werden die Nachteile der "objektiven" Modernisierungsstrategie der DDR mit den Vorteilen der "subjektiven" Modernisierung in Westdeutschland konfrontiert. Diese lässt unterschiedliche, selbstgesteuerte und -kontrollierte Formen der Modernisierung zu. Die Wiedervereinigung bietet die Chance, diese "subjektive" Modernisierung weiter auszubauen." (Autorenreferat)