Familie, Geschlecht und Berufswahl : eine Untersuchung der familialen Bedingungen geschlechtsuntypischer Berufs- und Studienwahl bei Jugendlichen
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172631
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Bern
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Abstract
"Das schweizerische Berufssystem zeichnet sich in den Bereichen der Berufsbildung wie auch der ausgeübten Berufe durch eine sehr hohe Geschlechtersegregation aus (vgl. ebd., p. 287). Dies lässt sich auch daran erkennen, dass gewisse Berufe hauptsächlich von Männern andere wiederum hauptsächlich von Frauen gewählt werden (vgl. ebd., p. 288). Während Frauen vorwiegend im Dienstleistungssektor tätig sind und unter anderem Berufe in den Bereichen Körperpflege, Heilbehandlung, Verkauf und Büro ausüben, gehen Männer technischen, gewerblich-industriellen Berufen, wie zum Beispiel in der Metallindustrie und dem Baugewerbe, nach. Nur wenige Jugendliche sind 'zum Überschreiten der geschlechtsspezifischen Barrieren' bereit. Dies führt unweigerlich zu einer 'fortlaufenden Reproduktion von so genannten Frauen- und Männerberufen' (Leemann & Keck, 2005, p. 73). Die Ergebnisse der internationalen Vergleichsstudie PISA (2006) zeigen zudem, dass in der Schweiz Jungen über bessere Kompetenzen in Naturwissenschaften verfügen als Mädchen. Mädchen hingegen erzielen bessere Leseleistungen als die Jungen, schneiden aber wiederum weniger gut in Mathematik ab. Ausgehend von diesen bestehenden Geschlechterunterschieden lässt sich vermuten, dass sowohl familiale wie auch schulische Bedingungen einen Einfluss auf die Berufs- und Studienwahl der Jugendlichen haben. Im Zentrum der Untersuchung stehen daher die familialen Bedingungen bei der Berufs- und Studienwahl von Jugendlichen. Fokussiert wird zudem die geschlechtsuntypische Berufs- und Studienwahl von jungen Frauen. Dabei werden Strukturmerkmale wie unter anderem die Familienform basierend auf der Arbeitsteilung der Eltern und die ausserfamiliale Betreuung, Prozessmerkmale wie der Erziehungsstil und die Einstellungen der Eltern sowie personale Merkmale wie die Geschlechtstypik der Berufe der Eltern und die Kenntnisse der Eltern im Zusammenhang mit der Berufs- und Studienwahl der Jugendlichen untersucht. Für die hier vorliegende Untersuchung wurden Daten bei insgesamt 4490 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zum Zeitpunkt ihrer Studienwahl und bei Berufsmaturitätsschülerinnen und -schülern zum Zeitpunkt ihrer bereits getroffenen Berufswahl, mittels standardisierter Fragebogen erhoben." (Textauszug, BIBB-Doku)