Weiterbildungsabstinente Kleinbetriebe - empirische Realität oder gepflegtes Vorurteil?

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Befunde aus Weiterbildungserhebungen widerlegen die gängige These, wonach KMU sich kaum in der Weiterbildung engagieren. Selbst bei einem auf organisiertes Lernen fokussierten Verständnis von Weiterbildung sind Kleinbetriebe keineswegs weiterbildungsabstinent. Sie beteiligen hingegen relativ mehr Mitarbeiter an der Weiterbildung und investieren mehr Zeit und Geld als größere Unternehmen. Gerade informelle Weiterbildungsformen werden in kleineren Betrieben in erheblichem Umfang genutzt. Sie müssen ihre schlechtere Position bei der Rekrutierung von qualifiziertem Personal durch eigene Aus- und Weiterbildung ausgleichen. Der Weiterbildungsbedarf in KMU ist relativ hoch, da die Mitarbeiter im Allgemeinen bei einer nur geringen Tiefe der Arbeitsorganisation relativ abwechslungsreiche Aufgaben mit ganzheitlichen Profilen vorfinden. In Anbetracht einer mangelnden Professionalisierung der Weiterbildung in KMU erscheint eine Politik zur Schaffung stützender Strukturen notwendig wie Beratungs- und Serviceeinrichtungen, regionale und fachliche Netzwerke, Maßnahmen zur Förderung der Qualität und Markttransparenz. Die Befunde sprechen für eine differenzierte Sichtweise auf die Weiterbildung in KMU und das Weiterbildungsverständnis von KMU. (BIBB2)

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