Die Instabilität des dualen Systems beruflicher Bildung : Grundzüge einer Krisentheorie staatlicher Berufsbildungspolitik
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Abstract
Die Gesamtverantwortung für das aus dem privaten Sektor dualer und dem öffentlich-rechtlichen Sektor schulischer Berufsausbildungen bestehende Berufsausbildungssystem trägt die Politik. Sie steht vor dem Problem, alle Jugendlichen, die eine Berufsausbildung wünschen oder das allgemeinbildende Schulsystem verlassen, ihre Schulpflicht aber noch nicht erfüllt haben, in das Berufsausbildungssystem zu integrieren. Die Berufsbildungspolitik endet jedoch in einer Finanzierungskrise des staatlichen Sektors, weil das Finanzierungssystem diesem nicht angepasst ist und die duale Berufsausbildung als Kostenverursacher nicht unter Kontrolle zu bekommen ist. Die Folge davon ist, dass die Bildungsangebote des öffentlichen Sektors gestrafft und die normativen Standards beruflicher Bildung in Schule und Betrieb gesenkt werden. Die Ursache der Finanzierungskrise, die in Fehlentwicklungen der dualen Berufsausbildung auf Landesebene ohne Substitution der finanziellen Kompensation zu suchen sind, wird von der Bildungspolitik weder benannt noch behoben. Aus diesem Grunde vergrössert sich die Deckungslücke zwischen Nachfrage und Angebot auf dem ersten Ausbildungsstellenmarkt sowie die finanzielle Deckungslücke. Das Ausbildungsstellenangebot sinkt aufgrund der einzelbetrieblichen Finanzierung, während die Nachfrage nach attraktiven beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten wegen eines rationaleren Berufswahlverhaltens steigt. Diese beiden gegenläufigen Rationalisierungstrends destabilisieren nach Auffassung des Verfassers die duale Organisation beruflicher Bildung. (BIBB2)