Bildungsstruktur und Qualifikationsbedarf in Niederösterreich : Trendanalysen und Zukunftsperspektive
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140682
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Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft
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Wien
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Abstract
"Die vorliegende Studie untersucht Trends im Bildungs- und Beschäftigungssystem in Niederösterreich, um Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Als Quellen werden Ergebnisse der letzten Volkszählungen und des Mikrozensus, Arbeitsmarktdaten sowie einschlägige Studien und eine Unternehmensbefragung genutzt. Das Schul- und Fachhochschulsystem hat sich in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten stark expansiv entwickelt, wodurch sich das Neuangebot an formaler Qualifikation im Vergleich zur Qualifikationsstruktur der Erwerbsbevölkerung weitreichend verändert hat und noch verändern wird. In der langfristigen Entwicklung hat es in Niederösterreich eine deutliche Höherqualifizierung gegeben. Etwa 34 Prozent der Jugendlichen machen derzeit einen Lehrabschluss, 43 Prozent Matura, vorwiegend berufsbildender Art. Rund 35 Prozent beginnen ein Hochschulstudium. Demografisch bedingt kommen langfristig schwächere Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt. Seitens der Betriebe wurden vor Einsetzen der Finanz- und Wirtschaftskrise Arbeits- und Fachkräfteengpässe sowohl an Anlernkräften und Facharbeitern als auch bei Hochqualifizierten vor allem im technischen Sektor konstatiert. Qualifikationsnachfrage und Rekrutierungsprobleme sind branchenspezifisch ausgeprägt. Nach Überwindung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise rechnen die Forscher mit folgenden Tendenzen: (1) Die Rekrutierungsengpässe bei Anlernkräften und Facharbeitern werden wieder virulent werden. (2) Die Probleme an der ersten Schwelle werden anhalten und nur durch einen Mix von Maßnahmen zu bewältigen sein. (3) Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist in Niederösterreich bisher ein weniger zentrales Thema, wird sich aber in Zukunft stellen. (4) Beschäftigungszuwächse sind in computerbezogenen und auf Gesundheit und Pflege gerichteten Branchen und Berufen zu erwarten. (5) Der deutlich gestiegene Anteil an formal höher Qualifizierten wird im Berufseinstieg viel Flexibilität von beiden Arbeitsmarktparteien erfordern. (6) Kontinuierliche Aus- und Weiterbildungsarbeit der Unternehmen sowie deren öffentliche Förderung werden grundlegend für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit in der Dienstleistungswirtschaft der Zukunft sein. (Hrsg., BIBB-Doku)