Der männliche Berufsbegriff - Ein Problem für die Berufspädagogik?
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Abstract
Die Autorin befasst sich mit der Frage von Gleichheit und Differenz im Geschlechterverhältnis, die besonders sichtbar wird in der Segmentation in Männer- und Frauenberufe und im Berufsbildungssystem. Das deutsche Berufsbildungssystem ist bis heute männlich geprägt und gekennzeichnet durch eine geschlechterdifferente Situation in den Ausbildungsformen (duale Ausbildung, Schulberufsausbildungen). Die Trennung in weibliche Tätigkeiten außerhalb des am Berufsprinzip orientierten dualen Systems hat bis heute seine Gültigkeit, obwohl sich die Indizien mehren, dass sie den wandelnden Bedingungen von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- oder Wissensgesellschaft in einer globalisierten Welt nicht adäquat sind. Es stellt sich die Frage, ob angesichts dieses Wandels der über die Orientierung am Berufskonzept weitgehende Ausschluss von Frauen nicht mittlerweile dysfunktional geworden ist. Gerade in einer alternden Gesellschaft werden Berufe, die bisher fast reine Frauenberufe waren, immer wichtiger und stellen insofern nicht mehr nur notwendige Komplementärfunktionen im Erwerbssystem dar, sondern sind eher zukunftsträchtige, wachsende Arbeitsbereiche. Zu fragen ist, was dies für das Geschlechterverhältnis bedeutet. Verdrängen dann männliche Arbeitskräfte die bisher weiblichen oder gibt es erstmals ein Neuaustarieren der Beteiligung beider Geschlechter in wichtigen Zukunftsfragen und ermöglichen der Wandel der Tätigkeiten und Arbeitsformen die Entwicklung flexiblerer Ausbildungsformen im Kontext des lebenslangen Lernens, die den unterschiedlichen Zeit- und Lebenslaufmustern von Frauen und Männern besser gerecht werden können? (BIBB-Doku)