Genese und Verbreitung der Lehrgangsmethode : ein historisches Beispiel für eine Innovation in der betrieblichen Berufsausbildung
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Abstract
Die Lehrgangsmethode für die berufspraktische Ausbildung gilt als eine der bisher bedeutendsten didaktisch-methodischen Innovationen in der Berufsbildung. Sie war in ihrer Entstehungsphase in Verbindung mit der Schaffung notwendiger Lehrwerkstätten ein ausbildungsmethodischer "Quantensprung" und der Anfang reflektierter Werkstattpädagogik. In Deutschland wurde diese in Russland entwickelte Methode ab Ende des 19. Jahrhunderts von immer mehr großen Ausbildungsbetrieben übernommen und sowohl durch sie als auch durch Eisenbahnwerkstätten, DATSCH (Deutscher Ausschuss für Techisches Schulwesen), DINTA, Reichsinstitut, ABB (Arbeitsstelle für Betriebliche Berufsausbildung) und BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) weiterentwickelt. Bis heute ist die Lehrgangsmethode das weltweit meistpraktizierte Instrument für die Organisation berufspraktischer Lernprozesse. Für das Erlernen praktischer Grundfähigkeiten ist sie nach wie vor die vorherrschende Methode in der vollzeitschulischen Berufsausbildung sowie in betrieblichen und überbetrieblichen Lehrwerkstätten. Heute hat die Lehrgangsmethode mit ihrer Vorplanung und Fremdsteuerung des Lernens an Bedeutung verloren und ist durch Leitbild adäquate neue Methoden ergänzt worden. Der Beitrag beschreibt zunächst die Merkmale der Lehrgangsmethode und geht dann auf ihre Entstehung und Verbreitung ein. (BIBB-Doku)