Berufsorientierung im Lebenslauf : theoretische Standortbestimmung und empirische Analysen (Themenheft)
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Abstract
"Quantitativ hat die Berufsorientierung als Gegenstand der (Berufs-)Bildungsforschung in den vergangenen Jahren sichtlich an Bedeutung gewonnen (vgl. Linten/ Prüstel 2015; 2010). Angeregt durch politische und pädagogische Gestaltungsversuche beruflicher Integrationsprozesse wurden und werden in der Berufsorientierungsforschung die Bedingungen, Verläufe und pädagogischen Unterstützungen beruflicher Orientierung verstärkt analysiert. Bei der Interpretation der Forschungsentwicklung ist zu berücksichtigen, dass die empirische Berufsorientierungsforschung ihren Aufschwung in den letzten rund 15 Jahren zunächst unter dem Vorzeichen eines quantitativ nur sehr begrenzt aufnahmefähigen Ausbildungsmarktes genommen hat. Inzwischen entwickelt sich das deutsche Berufsbildungssystem angesichts der demografischen Veränderung - mit regional und sektoral unterschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität - in Richtung eines Nachfragemarktes, so dass die Aspirationen und Präferenzen der Jugendlichen an Bedeutung für das Übergangsgeschehen gewinnen und die Berufs- und Studienorientierung verstärkt auch unter dem Blickwinkel der Fachkräftesicherung in den Fokus gerät. Mit steigender Marktmacht der Nachfrageseite im Berufsbildungssystem ist es pädagogisch wie volkswirtschaftlich wichtig zu wissen, wodurch die beruflichen Orientierungsprozesse und die Übergangsentscheidungen der Jugendlichen beeinflusst werden und wie die berufsinhaltliche Ausrichtung der Berufsaspirationen entsteht, d. h. wie zu erklären ist, dass bestimmte Berufsbilder als attraktiv gelten und andere nicht, ferner auf welche Ressourcen, Informationsquellen und Medien die Jugendlichen im beruflichen Orientierungsprozess zurückgreifen und schließlich inwieweit die duale Ausbildung für die Jugendlichen relativ zu den Alternativen insbesondere auch des tertiären Sektors attraktiv bleibt oder aber zugunsten von Alternativen im Hochschulwesen an Attraktivität verliert, d. h. welches Gewicht der Berufs- und der Studienorientierung in den Orientierungsprozessen zukommt." Das Themenheft gliedert sich in 1) Beiträge zur Berufsorientierung im Jugendalter, 2) Beiträge zur Berufsorientierung im Erwachsenenalter und 3) Berufsorientierung in europäischen und außereuropäischen Ländern. Das vorliegende Spezial schließt zudem an ein Symposium zum Thema "Berufsorientierung und Geschlecht" an, das im Oktober 2014 an der Universität Hamburg stattgefunden hat. (Textauszug; BIBB-Doku)