Zur Wechselwirkung von Arbeit und Freizeit : Vorstellungsmuster und biographische Konfigurationen, dargestellt am Beispiel von Krankenpflegern
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115127
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München
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Abstract
"In den Sozialwissenschaften werden Arbeit und Freizeit vielfach getrennt voneinander thematisiert. Dabei gerät der Mensch nur als Berufs- oder nur als Privatperson in den Blick. In den Ansätzen, in denen es demgegenüber um die Beziehungen zwischen den Lebensbereichen geht, wird theoretisch nicht in Rechnung gestellt, dass es neben einseitigen auch wechselseitige Einflüsse geben kann. Im Alltag kommt dagegen die Vorstellung einer solchen ständigen Wechselwirkung zwischen dem Denken, Fühlen und Handeln in beiden Lebensbereichen durchaus vor. Dies zeigt sich in der folgenden komparativen Analyse von Einzelfallstudien mit Krankenpflegern. Ein Hauptkennzeichen dieser Gruppe ist, dass es in ihrem Berufsleben inhaltlich um ähnliche Anforderungen und um psychosoziale Kompetenzen geht, die auch das Privatleben in weiten Bereichen bestimmen. Prototypisch lassen sich eben der für diese Lebenslage zutreffenden Sicht einer ständigen Interaktion zugleich Vorstellungen einer zeitweiligen Segmentation der Lebensbereiche feststellen, die aus Krisenerfahrungen hervorgegangen sind und zur Problembewältigung im Alltag beitragen. Nicht nur die Gegenwart und darauf gerichtete Vorstellungen, sondern auch komplexe Biographieverläufe lassen sich schliesslich durch unterschiedliche Relationen von Arbeit und Freizeit sehr prägnant beschreiben und deutlich gegeneinander abgrenzen." (Autorenreferat)