Kompetenz: Konstrukt zwischen Defizit und Anmaßung

bibb.id147326
dc.contributor.authorKoch, Lutz [Verfasser]
dc.date.accessioned2018-12-17T17:56:38Z
dc.date.available2018-12-17T17:56:38Z
dc.date.issued2010
dc.description.abstract"Koch charakterisiert den Kompetenzbegriff als "hoch defizitär", zumal er die Schülerpersönlichkeit auf funktionale Eindimensionalität reduziere. Wesentliche Voraussetzungen und Eigenschaften des Lernenden - der Aufbau seiner Interessen und seiner Motivation beim Lernen, seine sozialen, emotionalen und moralischen Fähigkeiten, seine politische Reifung und somit jegliche bildungstheoretischen Überlegungen - seien aus der Weinertschen Perspektive der Kompetenzen praktisch ausgeblendet. Diese 'Totalreform' des Bildungswesens führe somit zu einer radikalen Entleerung des pädagogischen Auftrags der Schulen. Koch bezeichnete es als Skandal, dass mit einem solch untauglichen Begriff, der damit zusammenhängenden Theorie und den reduktionistischen Bildungsstandards grundlegende Veränderungen im Bildungswesen erzwungen werden sollen. Den Schulen würde man damit nach angelsächsischem Vorbild die "Rankingknechtschaft" aufoktroyieren, die Hochschullehrer degradiere man zu "Modulknechten". Für die Unterrichtstätigkeit der Lehrpersonen und für die Lehrerbildung überhaupt habe dies weit reichende Konsequenzen: anstatt sich um Verbesserungen in der Ausbildung der Lehrer, ihrer fachlichen, pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten in der Unterrichtsgestaltung bzw. Wissensvermittlung sowie um bessere Lehrmittel usw. zu bemühen, richten sich heute alle Anstrengungen auf die erfolgreiche Vorbereitung von Tests ("teaching to the test"). Bedenken und Einwände der Lehrerschaft oder von Erziehungswissenschaftlern aus den Hochschulen gegen diese Totalreform - insbesondere von denjenigen Hochschulen, die qualitative Forschung, wie z. B. vertiefte Fallstudien zu Fragen der Lehrer-Schüler- Beziehung, der Motivation und der Interessensgenese, zur Unterrichtsatmosphäre, zur fachlichen Qualität und zum sozialen oder zielorientierten Lernen zum Thema haben - würden ignoriert. Zugleich fließen Millionenbeträge solchen Bildungsforschungsinstituten zu, die als Paradigmenwechsel Bildungsstandards (die in den USA längst gescheitert sind!) und wissensbereinigte Kompetenzorientierung derzeit in die Schulen bringen und diese als Ergebnisse einer "state of the art Forschung" alternativlos propagieren." (BIBB-Doku)
dc.description.abstractQuelle des Abstracts: http://www.bildung-wissen.eu/tagungen/Tagung_Bildungstandards_Uni_Koeln.pdf
dc.format.extentS. 323-331
dc.format.illustrationLiteraturangaben
dc.identifier.urihttps://bibb-dspace.bibb.de/handle/BIBB/754081
dc.language.isode
dc.relation.ispartofVierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik
dc.relation.ispartofvolume86 (2010), H. 3
dc.subject.classificationS 4.3 Steuerung
dc.subject.otherKompetenz
dc.subject.otherKompetenzbegriff
dc.subject.otherBildungsstandards
dc.subject.otherKritik
dc.titleKompetenz: Konstrukt zwischen Defizit und Anmaßung
dc.typeText
dc.typeZeitschriftenaufsatz

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