Psychologische Barrieren in der beruflichen Entwicklung von Frauen : das Beispiel der Medizinerinnen
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112738
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Enke
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Stuttgart
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Abstract
Die beruflichen Laufbahnen von Frauen bleiben weit hinter ihren Fähigkeiten sowie ihren ursprünglichen Zielen und Hoffnungen zurück. Neben den äusseren Widerständen, die einleitend kurz beschrieben werden, gibt es psychologische oder innere Barrieren, die Frauen daran hindern ihre beruflichen Ziele zu verfolgen. Als solche werden in dieser Arbeit angesehen: -die Geschlechtsrollenerwartungen bezüglich der innerfamilialen Arbeitsteilung -die Mutter-Kind-Ideologie -der Rollenkonflikt zwischen Berufsrolle und familiärer Rolle -die Geschlechtsstereotype Männlichkeit/Weiblichkeit sowie -das Selbstkonzept in seiner Bedeutung für die berufliche Entwicklung. Nach einer theoretischen Analyse und Diskussion dieser möglichen Barrieren werden Methodik und Ergebnisse einer empirischen Untersuchung von Studentinnen und Studenten am Anfang des Medizinstudiums und am Ende (im Praktischen Jahr) dargestellt. Hinsichtlich der Erwartungen an Beruf und Karriere zeigt sich, dass "Medizinstudentinnen am Anfang des Studiums leistungsorientierter und karrieremotivierter sind als ihre männlichen Kommilitonen, während die Situation bei den Befragten am Ende des Studiums genau umgekehrt ist. Die Mehrheit der Mediziner, aber nur die Hälfte der Medizinerinnen strebt am Ende des Studiums eine berufliche Karriere an. Ein grosser Teil der Medizinerinnen im Praktischen Jahr (38%) strebt keine berufliche Karriere mehr an, und das, obwohl die meisten von ihnen am Anfang des Studiums höhere Erwartungen gehabt hatten, wie die retrospektive Befragung zeigt. Das gleiche Ergebnismuster findet sich bei den inhaltlichen Vorstellungen von beruflicher Karriere. Die Studienanfängerinnen haben ein sehr positives Bild von einer beruflichen Karriere in der Medizin; sie sehen eine berufliche Karriere als Chance, sich selbst zu verwirklichen, fachliche Anerkennung zu erhalten und eigenständig arbeiten zu können. Die Medizinerinnen am Ende des Studiums dagegen stehen einer beruflichen Karriere eher ablehnend gegenüber. Sie assoziieren zu beruflicher Karriere im Vergleich zu den Studienanfängerinnen häufiger den beruflichen Aufstieg oder ausschliesslich negative Begleiterscheinungen und seltener die positiven Aspekte Selbstverwirklichung, fachliche Anerkennung und eigenständiges Arbeiten." (IAB2)
Description
Zugl.: Berlin, Univ., Diss., 1990