Yes I can! Anerkennungs- und Rekrutierungsprozess ausländischer Fachkräfte in Deutschland und Kanada aus Sicht der beteiligten Akteure
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Abstract
„Sowohl in Kanada als auch in Deutschland erzielen Migranten auf dem Arbeitsmarkt vergleichsweise schlechtere Ergebnisse als die einheimischen Arbeitnehmer. Kanada hat eine lange Tradition in der Aufnahme und Integration von Migranten in den heimischen Arbeitsmarkt und die Gesellschaft sowie das am längsten bestehende Migrationssystem aller OECD-Länder (OECD 2019). In Deutschland fand vor allem in der jüngeren Vergangenheit eine zunehmende Zuwanderung statt. Das Land verfügt jedoch nicht über umfassende Erfahrungen bei der Integration von Migranten in den heimischen Arbeitsmarkt. Das kürzlich entwickelte Migrationsgesetz soll die Migration und Arbeitsmarktintegration für EU-Ausländer erleichtern. Aufgrund der obigen systemischen Unterschiede wurden die beiden Länder für einen Vergleich ausgewählt, wobei Kanada durch einen liberalen Arbeitsmarkt und Deutschland durch einen beruflich strukturierten Arbeitsmarkt charakterisiert ist. Die hier zu Grunde liegende Studie geht davon aus, dass Qualifikationen im Gesundheitssektor relevanter sind und den Zugang zum Arbeitsmarkt und den Erfolg stärker bestimmen als im IKT-Sektor. Die beiden Sektoren wurden zudem ausgewählt, weil es in beiden Ländern eine relativ hohe Arbeitsmarktnachfrage nach qualifizierten Fachkräften gibt. […] Ähnliches gilt für Kanada, wo ebenfalls ein hoher Bedarf an Fachkräften im IKT-Sektor sowie im Gesundheitssektor besteht. Dieser Beitrag fokussiert auf die kommunikativen Aspekte des Anerkennungs- und Integrationsprozesses auf dem Arbeitsmarkt. Grundlage sind zwölf Fallstudien, sechs in deutschen sowie sechs in kanadischen IKT-Unternehmen und Krankenhäusern, in denen ausländische Fachkräfte, Recruiter und Personaler befragt wurden. (Autorenreferat; BIBB-Doku)