Szenario 2000 des Qualifikationsbedarfs im Tischlerhandwerk
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109064
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Bundesinstitut für Berufsbildung
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Berlin; Bonn
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Abstract
Im September 1988 traten die Gewerkschaft Holz und Kunststoff und der Bundesverband des Holz- und Kunststoffverarbeitenden Handwerks mit der Bitte an das Bundesinstitut für Berufsbildung heran, für die anstehende Neuordnung des Tischlerberufes ein Szenario des Tischlerhandwerks bis 2000 zu erstellen. Die Tarifvertragsparteien verfolgten einen doppelten Zweck. Zum einen wollten sie die Gestaltung des Ausbildungsrahmenplanes nicht ohne Blick auf die Zukunft, soweit sie aus heutiger Sicht abschätzbar ist, vornehmen. Zum anderen sollten Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwerk, vom Lehrling zum Gesellen und Meister und über den Meister hinaus, so verzahnt werden, dass ein zusammengehöriges Ganzes, gewissermassen eine "Laufbahn" entsteht. Die Strukturierung des Qualifikationsbedarfs von Tischlerbetrieben mit Hilfe eines sozialwissenschaftlichen Instrumentes der Zukunftsforschung ist ein innovativer Gedanke. Es geht nicht um die Sammlung von Kompetenzen, die man erst in zehn Jahren im beruflichen Alltag braucht. Die gemäss Ausbildungsordnung qualifizierten Gesellen müssen in der aktuellen Berufswelt zurechtkommen. Das Ziel ist vielmehr die Frage, welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zukünftig an Gewicht gewinnen und welche an Bedeutung verlieren. Bislang hatten sich die Sachverständigen bei der Festlegung von Lernzielen zumeist auf den Technikbereich und seine Perspektiven beschränkt. Doch dies ist eine partielle Sicht. Die Technikentwicklung läuft nicht isoliert von anderen Gesellschaftsbereichen. Die Technikanwendung ist vielmehr eine Antwort der Betriebe auf die Knappheit der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Umwelt.Mit dem Szenario wird erstmalig der Versuch gemacht, alle für den Qualifikationsbedarf des Tischlerhandwerks relevanten Gesellschaftsbereiche für ein konsistentes Zukunftsbild heranzuziehen. Neben der Technikentwicklung gehören dazu Wirtschaftswachstum und Wirtschaftsstruktur, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, Jahrgangsstärke und Bildungsverhalten der Schulabgänger. Dazu gehören aber auch gesellschaftliche Wertvorstellungen wie Freizeitverhalten, Erwerbsbereitschaft der Frauen, Einstellung zur Umwelt und last but not least die berufsbildungspolitischen Leitlinien der Tarifvertragsparteien. Auf der Grundlage der Analyse der genannten Faktoren werden Schlussfolgerungen für den Qualifikationsbedarf gezogen. Dabei wird einmal der zukünftige Katalog an beruflichen Kompetenzen und zum anderen die fachliche und zeitliche Organisation des Qualifizierungsprozesses vom Lehrling bis zum Meister und darüber hinaus dargestellt. (BIBB2)