Evaluation von Hochschulen auf der Basis von Absolventenstudien
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108611
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Nürnberg
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Abstract
"Untersuchungen zum Verhältnis von Hochschule und Beruf hatten in den siebziger und achtziger Jahren in erster Linie Beschäftigungsprobleme oder Beziehungen von Studium und beruflicher Tätigkeit für ganze Fachrichtungen und Hochschultypen zum Gegenstand. Forschung zur Einschätzung von Unterschieden zwischen einzelnen Hochschulen, die im Laufe der achtziger Jahre Verbreitung fand, interessierte sich primär für andere Kriterien, so etwa für die wissenschaftliche Reputation. Auf der Basis einer kritischen Erörterung der Forschung über Hochschulränge, einer Auswertung neuerer Ansätze zur Evaluation von Hochschulen und einer Einschätzung der Möglichkeiten zur Realisierung komplexer Absolventenstudien am Beispiel der Kasseler Verlaufsstudie werden Mindeststandards für die Forschung über Strukturen des Hochschulwesens vorgeschlagen. So wird gefordert, dass nie allein die Ergebnisse von Hochschulaktivitäten - etwa der wissenschaftliche 'Output' oder der berufliche Erfolg der Absolventen - ermittelt werden sollen, sondern immer auch zugleich die Entstehungsbedingungen in der Hochschule, weil sonst nur beliebige Spekulationen über die Ursachen unterschiedlicher Erträge veranlasst würden. Auch solle Forschung, die Differenzen zwischen Hochschulen misst, horizontale Differenzierung nie allein nur in Form von gleichen Plätzen nach vertikalen Kriterien ermitteln, sondern solle zugleich der Frage nachgehen, ob es auch Anzeichen für horizontale Vielfalt gibt. Bei Absolventenstudien sei ergänzend zu bedenken, dass die Studierenden ihrerseits unterschiedlich mit der Hochschule umgehen können, dass Studien- und Berufserfolg getrennt zu messen und intervenierende Variablen, wie regionale Arbeitsmarktbedingungen, zu berücksichtigen seien und dass eine Vielfalt von Kriterien des Berufserfolges zu berücksichtigen sei. Gerade für die neuen Bundesländer wäre es besonders irreführend, wenn in Zukunft die Qualität von Lehre und Studium unmittelbar aus dem beruflichen Schicksal ihrer Absolventen geschlossen würde." (Autorenreferat)