Das Soll, das Ist und der Plan : Dilemmata der Bildungsökonomie
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Abstract
Ausgehend von einer Skizzierung der wichtigsten Etappen der bildungsökonomischen Diskussion über Sollvorstellungen und Ist- Zustand der deutschen Hochschule seit Beginn der 60iger Jahre, präsentiert der Autor einen eigenen Reformvorschlag zur Verbesserung der Effizienz des Vorhandenen: "Die Hochschulen haben eine unentbehrliche Funktion in der Grundlagenforschung und in der Bereitstellung von Angeboten formalen Lernens hoher Anforderung jenseits der Sekundarstufe unseres Bildungssystems ... sie sollten jedoch in ihren Funktionen kein Monopol haben. Vielmehr sollten Bildungs- und Wissenschaftspolitik konsequent dafür sorgen, dass konkurrierende staatliche und private Einrichtungen hinreichende Arbeitschancen erhalten, um die Hochschulen durch Wettbewerb zu aktivieren und Machtmissbrauch zu behindern. Die curriculare Planung sollte sich daran orientierten, dass geschlossene Studienzeiten die Länge von drei Jahren nicht überschreiten dürfen. Das in dieser Zeit Gelernte und in einem Abschlusszeugnis Bescheinigte sollte für den Eintritt in eine Berufstätigkeit auf Assistentenniveau befähigen, dies aber in einer Weise tun, die gleichzeitig überfachliche Bildung vermittelt. Eine konkrete berufliche Teilkompetenz zu vermitteln, ist die Zielvorstellung, eine Kompetenz, die fachlichen und überfachlichen Komponenten gleiches Gewicht beimisst und sich strikt an das Prinzip hält: Nicht Vielerlei, sondern viel. Die Absolventen sollen etwas gelernt haben, was direkt oder nach einer Trainingsperiode im Beschäftigungsverhältnis, auch ergänzt durch Weiterbildung, zu kompetenter beruflicher Leistung befähigt. Sie sollen gleichzeitig gelernt haben, was wissenschaftliches Arbeiten charakterisiert und in welchen überdisziplinären Erkenntniszusammenhängen der spezielle Gegenstand zu verstehen ist. Dieser Zielvorstellung liegt die Annahme zugrunde, dass fachliche und soziale berufliche Kompetenz ein unentbehrlicher Teil der Allgemeinbildung ist. Überfachliche Qualifikationen werden am besten in Verbindung mit einer fachlichen Ausbildung erworben und in praktischen Tätigkeiten weiterentwickelt. Vielseitigkeit in der beruflichen Kompetenz ist erwünscht, sollte aber nicht im Nebeneinander eines vollbepackten Studienprogramms erreicht werden, sondern im Nacheinander von Perioden systematischen Lernens und Praxisphasen." (IAB2)