Von Meistern und Akademikern : Ökonomisierung und Depolitisierung in der Berufsbildungspolitik am Beispiel des Deutschen Qualifikationsrahmen
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Abstract
"In diesem Beitrag wird diskutiert, wie wirtschaftliche Interessen in die Berufsbildungspolitik und davon ausgehend in die allgemeine Bildungspolitik einfließen. Ausgehend von der historischen Genese des deutschen Berufsbildungssystems wird gezeigt, dass die Interessen der als Sozialpartner agierenden
Unternehmensverbände und Gewerkschaften in diesem Politikfeld seit Jahrzehnten institutionalisiert berücksichtigt werden, indem sie in vielfältige Gremien eingebunden werden. Anhand des konkreten Falls der Entwicklung des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen wird der Effekt beschrieben, dass gesellschaftspolitische Fragen in solchen Expertengremien depolitisiert werden,
da sie einer öffentlichen Diskussion weitgehend entzogen sind. Wenn diese korporatistische Praxis der Berufsbildungspolitik in bildungsbereichsübergreifenden Gremien wie dem AK DQR angewandt wird, kann es dazu kommen, dass die gemeinsam agierenden Unternehmensverbände und Gewerkschaften mit ihrem aus der Wirtschaftssphäre stammenden politischen Einfluss auch andere
bildungspolitische Entscheidungsprozesse depolitisieren." (Textauszug ; BIBB-Doku)