Interkulturelles Lernen in der Migrationssituation : wider den defizitären Blick auf Jugendliche mit Migrationshintergrund
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Abstract
Intention des Beitrags ist, migrationsspezifische Enkulturationsprozesse nicht nur als Defizit und Problem zu diskutieren, sondern kulturelle Einbindung als Lernchancen zu begreifen. Dafür wird zunächst der defizitorientierte ausländerpädagogische Diskurs und das ihm immanente Kulturverständnis skizziert und anhand zweier Fallbeispiele sein Fortwirken in der schulischen Praxis veranschaulicht. Ihn zeichnet die negative Bewertung des Aufwachsens in zwei Kulturen aus. Im darauffolgenden Abschnitt richtet sich der Blick auf den Jugendaustauschdiskurs in Form von Schüleraustausch, dessen Bewertung im Zusammenhang mit interkulturellen Lernprozessen und der Ausbildung interkultureller Kompetenz positiv diskutiert wird. Der kompetenzorientierte Diskurs dient als Folie für einen Perspektivwechsel bei der Bewertung der Migrationssituation von Jugendlichen. Dabei wird zunächst das eigene Kulturverständnis expliziert und es werden anschließend Möglichkeiten interkultureller Lernprozesse in der Migrationssituation ausgeführt und durch empirisches Material veranschaulicht. Gefordert wird, die Biografien der jungen Menschen mit Migrationshintergrund nicht als zwischen den Kulturen zerrissen und widersprüchlich zu denunzieren. Vielmehr sollte in den Blick genommen werden, wie diese Jugendlichen Herausforderungen und Erfahrungen, die aus ihrem Migrationshintergrund resultieren, deuten, wie sie mit ihnen umgehen und welche Kompetenzen sie dabei entwickeln. (BIBB-Doku)