La maladie du diplome : propositions pour une nouvelle politique
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Abstract
Der Autor setzt sich kritisch mit der französischen Bildungspolitik auseinander, die er für verfehlt hält sowohl im Hinblick auf die Entwicklung des Einzelnen wie auch im Hinblick auf den Bedarf auf dem Arbeitsmarkt. Das gesetzte Ziel, bis zum Jahr 2000 80% eines Schülerjahrgangs zum Abitur (baccalaureat) zu führen, kann nur auf Kosten der Qualität erreicht werden; es herrscht Verwirrung bei den Begriffen Unterricht, Erziehung, (Aus)Bildung, Qualifikation und Professionalismus; das niedrige Bildungsniveau wird zu Unrecht als Sündenbock für Arbeitslosigkeit angesehen, deren Ursachen sind anderswo zu sehen; es ist eine Illusion, zu glauben, dass Berufe von morgen ein höheres Ausbildungs- und Qualifikationsniveau voraussetzen; es ist falsch, die berufsfachliche und technische Ausbildung dem staatlichen Erziehungsministerium zu unterstellen und Lehrer einzustellen, die über keine Berufserfahrung ausserhalb der Institution Schule verfügen; die Auswahl der Schüler nach dem Fach Mathematik ist ein Irrtum; Chancenungleichheit wird trotz demokratischer Bemäntelung verstärkt, umsomehr, als die Erstausbildung im Verhältnis zur Weiterbildung überschätzt wird; damit erzeugt das Bildungssystem eine Pseudoelite, die von der Lage profitiert zu Lasten der überwiegenden Mehrheit, der sehr rasch den Stempel des Versagens aufgeprägt wird. Ausserdem werden die Organisationsweise des Bildungssystems und das Monopol des Erziehungsministeriums in Frage gestellt; vor allem plädiert der Autor dafür, Jugendlichen früher und in stärkerem Umfang die Möglichkeit zu geben, sich mit der Arbeitswelt vertraut zu machen. (IAB)