Wo liegen die Kurilen?
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Abstract
In dem Beitrag werden Einstellungstests einer kritischen Wertung unterzogen. So ist aus psychologischer Sicht der Schluss vom Testerfolg auf Berufserfolg kaum möglich. Hinzu kommt, dass es sich bei den eingesetzten Tests in der Regel um völlig unzureichende, veraltete Verfahren mit höchst fragwürdiger theoretischer Grundlage handelt. Aus pädagogischer Sicht führt die gängige Einstellungstestpraxis mit ihren häufigen Ablehnungsbescheiden oft zu erheblichen Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls der Bewerber. Die pseudo-objektiven Testverfahren mit ihrem scheinbar wissenschaftlichen Charakter erwecken gerade bei jugendlichen Bewerbern schnell den Eindruck, ein Nichtbestehen bedeute, man sei für den Beruf zu dumm. Unter dem Eindruck des Leistungsprinzips und der herrschenden Autoritäts- und Wissenschaftsgläubigkeit wird der Misserfolg allein dem Getesteten zugeschrieben, nicht aber den fragwürdigen Methoden. Es wird gezeigt, dass die Einstellungstests daher vor allem die Fähigkeit messen, Angst zu vertragen, nicht aber intellektuelle Leistungen oder gar Berufseignung - wie durch den Anschein wissenschaftlicher Objektivität vorgetäuscht wird. (IAB2)