Mangelnde Ausbildungsreife - Hemmnis bei der Lehrstellensuche von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss?
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155064
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Berlin
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Abstract
Wie eine Mehrfachbefragung von fast 500 niedersächsischen Hauptschülerinnen und Hauptschülern ergab, zählen soziale Kompetenzen wie Lernmotivation oder Arbeitstugend weit mehr als gute Noten in Deutsch oder Mathematik, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Für die Autorinnen der Studie, Heike Solga vom WZB, Meike Baas und Bettina Kohlrausch vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen, führen diese Ergebnisse zu einer Neugewichtung der Bedeutung von Schulnoten, Berufswahlreife und Sozialverhalten. Die Studie korrigiert Vorstellungen von 'Ausbildungsreife'. Klassische Schulnoten spielen in den Augen potenzieller Ausbilder bei Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern kaum eine Rolle. Kenntnisse über Berufsbilder und eigene Ausbildungsziele wiederum sind bei den Jugendlichen dank schulischer Hilfe zur Berufsorientierung fast durchgehend vorhanden. Ausschlaggebend ist damit das Arbeits- und Sozialverhalten. Individuelle Stärken im sozialen Bereich können Jugendliche potenziellen Ausbildern umso besser zeigen, je eingehender sie mit Betrieben in Kontakt kommen. Nachdrücklich sprechen sich die Autorinnen der Studie deshalb für frühe und regelmäßige Betriebspraktika aus - wie etwa im niedersächsischen Modell der Projektklassen mit zwei Praxistagen pro Woche in den Jahrgangsstufen 8 und 9. (BIBB-Doku)