Wandel der Lernkultur durch 'ungeteilte' Selbstständigkeitserziehung
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Abstract
Als eines der wichtigsten didaktischen Prinzipien wird hier die Auffassung vertreten, vom 'Schüler als Subjekt im Lernprozess' auszugehen. Die Entwicklung zu einem schüleraktiven Unterricht hat ihren Ausgang in drei pädagogischen Maximen: Einem erziehungs- und bildungsnormativen Zielbild des mündigen, 'seine Menschlichkeit entfaltenden' Individuums, einem freiheitsphilosophischen Zielbild des reflektiert selbstbestimmten Individuums, das bereit ist und sich als fähig erweist, 'die Möglichkeiten zu mehr Freiheitsgraden in unserem Leben auch in die Wirklichkeit umzusetzen', einem lerntheoretischen Zielbild des selbstgesteuerten, eigenaktiven und entdeckend-problemlösenden Individuums. Erziehung zur Selbstständigkeit ist sowohl an gesellschaftliche Forderungen wie an individuelle Bedürfnisse gebunden. Der Autor unterscheidet eine produktive Selbstständigkeit, die auf kritischem Vernunftgebrauch basiert, von einer funktionellen, die der Anpassung an vorgefundene bzw. vorgegebene Wirklichkeiten dient. Erziehung zur Mündigkeit entspricht dem philosophisch-anthropologischen Gedanken, Erziehung als Hilfe zur individuellen Selbstfindung und Selbstentfaltung zu verstehen. Ziel ist, dass der Lernende sein eigenes Wissen konstruktiv aufbaut. Die traditionelle Machtkonstellation wird damit aufgehoben. Die Schüler sind angehalten, sich mit dem Lernen bewusst zu beschäftigen. (BIBB-Doku)