Reduziert der Bachelor die Disziplin Berufs- und Wirtschaftspädagogik?
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Abstract
"Die Etablierung von Bachelorstudiengängen (in Europa) verändert das Verhältnis von nicht akademischer und akademischer Berufsbildung sowohl strukturell als auch programmatisch. Vor diesem Hintergrund hinterfragt die Autorin kritisch den Gegenstandsbereich der Berufspädagogik bzgl. Transformationszwängen und -chancen der Disziplin. Hat die Berufspädagogik als mitteleuropäisches Unikat überhaupt eine europäische Zukunft oder bedarf sie dazu der Transformation ihrer Identität im Verhältnis von Objektivität und Kategoriengefüge? Ausgehend von der These, das die Privatisierung von Wissenserwerb und Wissen das europäische Projekt demokratisch delegitimieren kann und ökonomisch zu gefährden vermag, richtet die Autorin ihren analytischen Blick auf zwei liegengelassene, durch die Einführung des Bachelorstudiums wieder an Aktualität erlangende Themen. Die Subjektbildung im ordnungspolitischen Rahmen von 'Erwerbsqualifizierung' in Form von beruflicher Erziehung einerseits, die Integration von Fachbildung (Berufsbildung) und Allgemeinbildung andererseits rücken damit in das Zentrum des Beitrags. Mit diesen beiden Themen wird die Frage verbunden, ob Beruf und duales System auch zukünftig den disziplinären Rahmen der Berufs- und Wirtschaftspädagogik prägen können, mithin den Gegenstandsbereich der Disziplin weiterhin kategorial definieren. Ingrid Lisop wirbt indirekt für eine Erweiterung des Gegenstandsbereiches angesichts der anstehenden gesellschaftlichen resp. europäischen Herausforderungen des Gesamtbildungssystems und hiermit Blankertz folgend - in der curricularen und didaktischen Integration von Berufsbildung und Allgemeinbildung eine Lösung qualitativ neuer Anforderungen an die 'Erwerbsqualifizierung' erkennt." (Hrsg., BIBB-Doku)