Zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen in der Berufsbildung von jungen Menschen mit Behinderungen : so bedeutsam und doch lange Zeit wenig beachtet!
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Abstract
„‘Wir blicken in das Zimmer eines Schulleiters an einer Förderschule. Drei Lehrkräfte sitzen mit einer Auszubildenden um den runden Tisch. Gesprächsgegenstand ist ein Vorfall vor zwei Tagen, der geklärt werden soll. Der Schulleiter stellt vorsichtig eine Frage, um den Sachverhalt zu klären. Das ist zu viel. Die Auszubildende steht mit hochrotem Kopf auf. Die Tür fliegt auf. Die junge Frau stürmt wütend aus dem Zimmer. Sie konnte die Gesprächssituation nicht mehr ertragen. Ein Teilnehmer einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme kann es gar nicht fassen. Im Förderunterricht hat es seine Stützlehrerin geschafft – ohne dass bei ihm Stress oder Angstgefühle entstanden sind –, den Dreisatz zu behandeln. Er konnte die darauffolgende Aufgabe weitgehend selbst lösen. Seine Gesichtsmuskeln entspannen sich. Bei der Verabschiedung und beim Verlassen des Raumes hat er sogar ein kleines Lächeln im Gesicht‘. Die Beschreibungen solcher Situationen, in denen die Kraft der Emotionen zum Tragen kommt, ließen sich fortsetzen. Die Leserinnen und Leser können sicher aus eigener Erfahrung weitere Beispiele ohne Mühe beitragen. Nicht nur auf der Ebene der Begegnungen zwischen Auszubildenden und dem Lehrpersonal spielen sozial-emotionale Aspekte eine wichtige Rolle. Auch auf der Ebene des Austauschs und der Kommunikation zwischen den Teilnehmenden spielen Emotionen in positiver wie in negativer Hinsicht eine wichtige Rolle: Mit wem möchte ich gerne in einer Projektgruppe arbeiten? Wen unterstütze ich, wenn ich merke, dass Schwierigkeiten auftauchen? Wem gehe ich lieber aus dem Weg? Bei wem weiß ich, dass ich vorsichtig im Umgang sein muss? Wen kann ich mit wenigen Worten und Gesten auf die Palme bringen? Im EU-Projekt „SEC4VET'' (www.sec4vet.eu) hat sich die Projektpartnerschaft die Aufgabe gestellt, ein Konzept zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen in der Berufsausbildung von jungen Menschen mit kognitiven Einschränkungen zu entwickeln. Im Titel des Projektes „Social-emotional competences for vocational education and training“ wird das „for“ durch die „4“ ersetzt: Es soll auf die vier Instrumente, die im Laufe des Projekts erstellt wurden, verweisen.“ (Textauszug; BIBB-Doku)