Pädagogisierung der Schule als Antwort auf die Veränderung der modernen Lebenswelten?
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Abstract
Der Autor wirft die Frage auf, wie Schule zu reformieren ist, wie ihr neuer gesellschaftlicher Erziehungsauftrag angesichts des radikalen Wandels der Lebens- und Arbeitswelt definiert werden soll. Dazu legt er zunächst die Ursachen für das "grundlegende Dilemma" der gegenwärtigen Institution Schule offen, die er vor allem in drei historisch-gesellschaftlichen Prozessen sieht: dem Individualisierungsprozess, dem Spezialisierungsprozess und der zunehmenden Unsicherheit über die Zukunft. Damit Schulen ihren gesellschaftlichen Erziehungsauftrag einlösen, bedarf es aus seiner Sicht einer Pädagogisierung der Schule, d.h. dass Schule pädagogisch im eigentlichen Sinne wird. Eine Pädagogik im eigentlichen Sinne bedeutet, dass sie nicht auf die gerade aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt setzt, sondern auf die Persönlichkeitsentwicklung bzw. Personwerdung der Heranwachsenden. Der wichtigste Unterschied zur bisher an den Schulen üblichen pädagogischen Praxis besteht darin, dass das finale Ziel des Unterrichts nicht in erster Linie ein Mehr an funktionalem Wissen ist, sondern dass das zu vermittelnde Wissen als Medium für die Förderung der Persönlichkeitsentfaltung dient. (BIBB)