IT-Fachkräftemangel: der Mensch lebt nicht von Qualifikation allein
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Abstract
Der Beitrag diskutiert zwei scheinbar paradoxe Sachverhalte: warum es immer noch eine relativ hohe Zahl von arbeitslosen Computer- Fachkräften gibt, wenn dringend Arbeitskräfte gesucht werden und warum es so schwierig ist, Arbeitskräfte in Deutschland für IT-Jobs zu rekrutieren und sie dann als Arbeitskräfte zu halten, obwohl diese Branche hervorragende Beschäftigungschancen bietet und die Arbeit immer wieder neue berufliche Herausforderungen und Karrieremöglichkeiten eröffnet. These der Autorin ist, dass die Qualifikation eine wichtige, aber nicht die einzige Variable ist, die das Verhältnis Arbeitsplatzangebot/Arbeitsplatznachfrage im IT-Bereich bestimmt. Um das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage zu verringern, müssen IT-Firmen langfristige Perspektiven für Beschäftigung aufzeigen, eine weitsichtige Personalbeschaffungs- und Entwicklungsplanung betreiben und solide IT-Qualifizierung verbindlich fördern. Dazu müssen die hohen Arbeitsbelastungen durch entsprechende Flexibilität in der Arbeitsorganisation so reduziert werden, dass sie auch für adäquat qualifizierte Menschen geeignet sind, die nicht ständige "High Performer" sind. Es gehe insgesamt um humane Arbeitsbedingungen im IT-Bereich, um eine Balance zwischen Arbeit und privatem Bereich, über die sich Management als auch die Beschäftigten verständigen müssen. Der Beitrag stützt sich auf Auswertungen von Interviews und Expertengesprächen in IT-Betrieben sowie aktuelle schriftliche Betriebsräte-Befragungen des WSI. (BIBB2)