Dienstleistungsarbeit als Auffangnetz? : eine Analyse der Eintritte und Wechsel in Dienstleistungsarbeit mit Daten des Sozioökonomischen Panels

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Berlin

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"Die Frage ob Dienstleistungsarbeit eine Auffangfunktion erfüllt, wird in der Arbeit anhand der Eintritte in verschiedene Berufsfelder und der Wechsel zwischen verschiedenen Berufsfeldern untersucht. Die Analysen ergaben folgende Ergebnisse: Der berufsstrukturelle Wandel vollzieht sich nicht nur über Neueintritte in das Beschäftigungssystem, sondern auch über Wechsel aus industriellen in Dienstleistungsberufe. Dabei differieren die einzelnen Dienstleistungsbereiche hinsichtlich ihrer Offenheit: während die distributiven Dienste, die produktionsnahen Dienste und die Organisationsdienste gegenüber Beschäftigten aus industriellen Berufen relativ offen sind, erweisen sich die sozialen, die konsumorientierten und Verwaltungsdienste als relativ geschlossene Berufsfelder. Dies bedeutet, dass eine Expansion der erstgenannten Dienste die Wechselchancen von Erwerbstätigen aus der Industrie stärker erhöhte als eine vergleichbare Expansion der letztgenannten Dienstleistungsbereiche. Die Analyse der Gründe für einen Wechsel aus industrieller in Dienstleistungsarbeit ergab, dass diese Wechsel - im Vergleich zu den Wechseln innerhalb industrieller Berufe - primär von einer geringen erforderlichen Qualifikation am Ausgangsarbeitsplatz determiniert werden. Ausserdem erhöht sich durch einen Wechsel in Dienstleistungsarbeit die Diskrepanz zwischen der am Arbeitsplatz erforderlichen und der tatsächlichen Qualifikation. Die Wechsel aus industrieller in Dienstleistungsarbeit werden ausserdem dadurch positiv beeinflusst, dass der Ausgangsarbeitsplatz überwiegend freiwillig aufgegeben wird, sich die Regelung der Arbeitszeit verbessert und der Wechsel von Frauen vorgenommen wird. Die häufig hinter der Auffangnetzthese stehende Vermutung, dass der berufsstrukturelle Wandel individuelle Anpassungsleistungen erzwingt und daher Wechsel in Dienstleistungsarbeit unfreiwillig vorgenommen werden, lässt sich somit nicht bestätigen. Die Ergebnisse weisen im Gegenteil auf Merkmale von Dienstleistungsarbeitsplätzen hin, die freiwillige Wechsel induzieren können. Die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Massnahmen (Weiterbildung) beeinflusst die Wechsel in Dienstleistungsarbeit kaum." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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