Beruflichkeit zwischen Arbeitsteilung und Prozessorientierung?
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131119
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Abstract
Die deutsche Berufsbildung ist mit zwei scheinbar gegensätzlichen Entwicklungen konfrontiert: den steigenden Qualifikationsanforderungen sowie der Tendenz zur Re-Taylorisierung. Während einerseits funktionale und fachübergreifende, auf ganzheitliche Arbeits- und Geschäftsprozesse bezogene Qualifikationen benötigt werden, gibt es andererseits den Trend zu spezialisierten, an einzelbetrieblichen Profilen ausgerichteten Berufen sowie Einfachberufen mit abgesenktem Qualifikationsniveau. Auf diese ambivalenten Anforderungen hat die Berufsbildung mit einer Reihe unterschiedlicher Strukturmodelle für Ausbildungsberufe reagiert, eine systematische Perspektive aber nicht entwickelt. Die Verfasser diskutieren quantitative und qualitative Entwicklungen der letzten Jahre; sie skizzieren die Veränderungen der Qualifikationsanforderungen in der Arbeit und die damit verbundene wissenschaftliche Diskussion um die "Erosion des Berufsprinzips" und fragen, welche Gründe dafür sprechen, den erkennbaren (oder scheinbaren) Tendenzen von Entberuflichung und Zersplitterung der Berufelandschaft entgegenzuwirken. Die Krise der Beruflichkeit liefert bislang keine hinreichenden Argumente für die Auflösung des deutschen, am Berufsprinzip orientierten Systems der beruflichen Bildung. Die Dynamik der Interaktion zwischen Arbeitswelt und Berufsbildung stellt das Berufsbildungssystem jedoch vor neue Herausforderungen und macht Schritte zur Konsolidierung und Systematisierung notwendig. (BIBB-Doku)