Zwischen Schulfrust und den Risiken der Arbeitswelt. Überlegungen zu geschlechtsspezifischen und arbeitsweltbezogenen Angeboten für männliche "Schulverweiger"
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Abstract
In diesem Beitrag vermittelt Josef Koch Einblicke in ein konkretes Projekt für männliche Schulverweigerer, die auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt kaum eine Chance haben. Dabei analysiert der Autor Zusammenhänge von Schulflucht und Männlichkeitsmustern in sozial benachteiligten Lebenslagen. Wichtig ist es somit, im Rahmen der schul- und arbeitsweltbezogenen Sozialarbeit, geschlechtsreflektierte Angebote zu machen. Insofern sollten bei der Entwicklung neuer Ansätze mit der Zielgruppe der männlichen Schulfrustrierten im Rahmen der Jugendsozialarbeit die kulturellen und geschlechtsspezifischen Motive und Deutungen berücksichtigt werden. Wesentlich wäre ferner die Entwicklung von jungenspezifischen, längerfristig ausgelegten Modellen der Lebensplanung, die die brüchig gewordenen, ausschliesslichen Orientierungen auf die Familienernährerrolle über körperbetonte Erwerbsarbeit produktiv aufgreifen und breitere alternative Lebensentwürfe in den Blick setzen würden. Die Entwicklung solcher jungen- und jugendhilfespezifischen Methoden und Hilfsangeboten für schulfrustrierte Jugendliche erfordert insgesamt ein neues Verständnis der Kooperation von Justiz, Jugendhilfe, Schulämtern, Schulen, Familien und freien Trägern. (DJI/Sd).