Temporalstrukturen "lebenslangen" Lernens : lebenslängliche Zumutung und lebensentfaltendes Potenzial
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131135
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Abstract
Der Begriff 'lebenslanges Lernen' verweist mehr als seine Alternativen auf die Zeitstruktur von Lernen und Bildung. Aber wie sind Lernzeiten in zeitgenössischen Bildungslaufbahnen konkret zu denken? Welches sind die Voraussetzungen für eine Teilnahme an Lernen über die Lebenszeit? Welche Macht- und Verteilungsfragen rücken ins Zentrum? Wie kann unter den Bedingungen eines permanenten Zugriffs ökonomischer Rationalität das Konzept LLL 'lebensentfaltend' gewendet werden? "Das Konzept 'lebenslangen Lernens' prägt das Strukturprinzip neu aus, nach dem Lernen in den Zeitstrukturen der Gesellschaft organisiert ist. Dabei werden lange schulische Verweilzeiten flexibilisiert, kürzere Abschnitte von geordneten Lernzeiten über die gesamte Lebenszeit verteilt und fließendere Übergänge zwischen Arbeiten und Lernen ermöglicht. Das Dreiphasenschema der Erwerbsbiographie von Ausbildung, Einsatz und Ruhestand wird flexibilisiert. Das Konzept LLL kann gelesen werden als Ausdruck permanenter Anpassung an ökonomische Notwendigkeiten. Es eröffnet aber auch neue Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Lebenszeit, Lern- und Berufsbiographie. Um diesen Aspekt auch begrifflich stärker zu machen, plädiert der Autor für die Verwendung des Begriffs "lebensentfaltende Bildung". (Autorenreferat, BIBB-Doku)