Zwischen Innovation und Qualifizierungsmarkt: Szenarien im Vergleich

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Abstract

Die von der OECD forcierte fortschreitende Verwissenschaftlichung/Akademisierung von Bildung und Ausbildung mündet in zahlreichen Ländern in eine "college for all"-Politik. Berufliche Bildung wird faktisch zu einer Restgröße für Risiko- und Randgruppen mit besonderem Förderbedarf herabgewürdigt und allenfalls zu einer Nische für traditionelle Handwerke. Im Beitrag werden die in Europa vorherrschenden zwei konkurrierenden Qualifizierungsstrategien verglichen und im Hinblick auf die in Europa zu entwickelnde europäische Berufsbildungsarchitektur betrachtet: Bildung für und im Medium beruflicher Arbeit (Berufsbildungs-Szenario) und Kompetenzakkumulation für Beschäftigung (Employability-Szenario). Das Szenario "Berufsbildung" lässt sich als ein zu gestaltender Weg, das Szenario "Beschäftigung" als ein nicht gestalteter Weg dem Dienstleistungsmarkt "Qualifizierung" zuordnen, wie es das internationale Abkommen zur Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen vorsieht. Die subjektbezogenen, ökonomischen und gesellschaftlichen Kriterien zur Bewertung der konkurrierenden Entwicklungsszenarien für die berufliche Bildung sprechen dafür, dass sich Europa auf die Tradition der Lehrlingsausbildung besinnt und diese an die Bedingungen der Ökonomie anpasst. Eine berufliche Bildung, die sich auf die Entwicklung beruflicher Kompetenz und beruflicher Identität stütze, trage zur Begründung einer Berufsethik bei, ohne die das anspruchsvolle Ziel, Europa als einen prosperierenden Wirtschaftsraum zu erhalten, nicht zu erreichen sei - so Rauner in seinem Fazit. (BIBB-Doku)

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